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Komponist im Kino: Ein Meer von Wohlklängen

Ein Dokfilm nähert sich dem bedeutenden Filmmusikkomponisten Ryuichi Sakamoto an. Und zeigt einen engagierten Ausnahmekünstler.
Geri Krebs
Ryuichi Sakamoto komponierte für berühmte Filme. (Bild: Xenix Film)

Ryuichi Sakamoto komponierte für berühmte Filme. (Bild: Xenix Film)

Es gehört zu den markantesten und pathetischsten Themen elektronischer Filmmusik, das je komponiert wurde: Das Titelstück aus «Merry Christmas, Mr. Lawrence», jenem Kriegsgefangenendrama von Nagisa Oshima aus dem Jahr 1983 mit David Bowie und Ryuichi Sakamoto selber in den Hauptrollen.

Die schlichte Tonfolge besitzt einen magischen Sog. Dreissigjährig war Ryuichi Sakamoto damals, stand als Musiker auf dem Höhepunkt als Leiter des Yellow Magic Orchestra, einer japanischen Elektropop-Band, die als asiatische Antwort auf «Kraftwerk» gefeiert wurde. Als damals Japans Starregisseur Nagisa Oshima den Bandleader Sakamoto fragte, ob er bereit sei, in seinem neuen Film als Schauspieler mitzuwirken, habe er geantwortet. «Aber nur, wenn ich auch die Musik dazu schreiben darf». Schwer kann man sich vorstellen, dass der nachdenkliche hagere Mann mit den weissen Haaren einmal jener vor Selbstbewusstsein strotzende Schnösel gewesen war, der damals seinen Einstand als Filmschauspieler wie als Filmmusikkomponist gegeben hatte.

Musik für "Der letzte Kaiser"

Der Welterfolg des Soundtracks von Oshimas Film liess auch Bernardo Bertolucci auf Sakamoto aufmerksam werden, er verpflichtete ihn zur Musik in «Der letzte Kaiser», später auch zu der in «Little Buddha». Oshimas bekannteste Arbeit aus jüngster Zeit ist der Soundtrack zu Ale­jandro González Iñárritus Wildnis-Drama «The Revenant».

Den roten Faden in diesem in elektronischen und akustischen Wohlklängen schwelgenden ­Musikerporträt bilden aber die Szenen, in denen Sakamoto von seiner gerade überwundenen Krebserkrankung erzählt. Dazu jene, die sein Wirken als Umweltaktivist zeigen und als Sammler von Tönen aus der Natur. Der Film eröffnet mit einer Szene aus der vom Tsunami verwüsteten Zone von Fukushima. Sakamoto, der dort einen stark beschädigten Flügel fand, der tagelang im Meer getrieben war, entlockt dem verstimmten Instrument Töne, die irgendwann seltsam vertraut klingen: Seine erste Filmmusik lässt auch ihn nicht los.

«Ryuichi Sakamoto: Coda» läuft im Kino Bourbaki Luzern.

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