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Ein kochender Vulkan aus Island

Morgen geht die Konzertsaison in der Grabenhalle zu Ende. Die isländische Gruppe Agent Fresco dürfte dabei die Halle mit ihrem kochenden Progressive Rock erschüttern. Ihr eilt der Ruf voraus, eine der besten Live-Bands überhaupt zu sein.
David Gadze

Die Konzertsaison in der Grabenhalle geht morgen mit einem Konzert zu Ende, das Grosses verspricht. Denn mit der isländischen Gruppe Agent Fresco haben die Verantwortlichen eine Band geholt, die sich in den letzten Jahren den Ruf erspielt hat, eines der besten Live-Erlebnisse überhaupt zu sein. Oder um die szenische Musik des Inselstaates bildhaft zu beschreiben: Wenn Sigur Rós der Nebel sind, der langsam über die Landschaft kriecht, sind Agent Fresco ein kochender Vulkan.

Die Band aus Reykjavik avancierte innert kürzester Zeit zum Publikums- und Kritikerliebling: Kaum hatten die vier Musikstudenten 2008 die Gruppe gegründet, gewannen sie wenige Wochen später bereits einen Nachwuchswettbewerb. 2009 räumten sie an den «Icelandic Music Awards» – dem isländischen Pendant zu den «Grammys» – den Preis als beste Newcomer ab.

Unvergleichliche Stilvielfalt

Ihr Début «A Long Time Listening» wurde Ende 2010 in Island veröffentlicht und ist seit knapp einem Monat auch in der Schweiz erhältlich. Und es bringt bereits in den ersten Minuten auf den Punkt, was die Musik von Agent Fresco so faszinierend macht: Die stilistische Vielfalt, die das Quartett in der knappen Stunde Spielzeit vereint, sucht ihresgleichen. Zu polyrhythmischen Strukturen und ungeraden Takten kreiert die Band ein progressives Rock-Gemisch, in dem sie Funk, Mathrock, jazziges Schlagzeug, Hardcore-Gitarren und Pop-Anleihen mühelos und absolut unwillkürlich miteinander verbindet. Über einer zarten Piano-Melodie geht plötzlich ein Gitarren-Gewitter nieder, ein tobendes Schlagzeug wird von Arnór Dan Arnárssons gefühlvollem Gesang umgarnt, der in seinen vielschichtigen Texten unter anderem auch den Krebstod seines Vaters besingt.

Uferlos, ohne zu zerfliessen

Fast noch beeindruckender ist, wie die Gruppe diese Ideenvielfalt kanalisiert und zu einem stimmigen Gesamtbild verbindet.

Die Songs, die oft wie eine Kollision von System Of A Down, Muse und The Dillinger Escape Plan klingen, sind uferlos, ohne zu zerfliessen, nichts in ihnen wirkt überfüllt oder angestrengt. Und man hört den Hintergrund der Island-Szene, dieser «grossen, vibrierenden, talentierten, absurden Familie», wie Arnásson sie einst nannte.

Morgen Fr, Grabenhalle, 22 Uhr (Tür: 21 Uhr). Support: Dope

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