Ein Herz für Schweizer Güselgrüsel

Schweizer Städte verbindet ein Problem, dessen englische Bezeichnung ihm globale Bedeutung verleihen will: Littering.

Lukas G. Dumelin
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Schweizer Städte verbindet ein Problem, dessen englische Bezeichnung ihm globale Bedeutung verleihen will: Littering. Ja, da kann Angela Merkel beim G-7-Treffen in den Alpen noch so lange vor Barack Obama die Arme ausbreiten, und da kann Prinz George im Buckingham Palace noch so süss gucken mit seinem Schwesterchen im Arm: Littering, das ist das wahre Problem. Das schleckt keine Geiss weg.

Um die Ausmasse des Littering-Problems sichtbar zu machen, haben sich die Verantwortlichen in Zug etwas Besonderes überlegt – und sich für einen radikalen Schritt entschieden: Sie haben den Güsel auf einer Wiese beim See einfach liegen lassen. Und neben den Abfällen gelbe Schilder aufgestellt, auf denen unter anderem solche Sätze gestanden haben: «Wäh! So nicht!»

Weil Littering ein derart grosses Problem ist, war auch das Lokalfernsehen nicht weit. Die Reporterin stellte Beunruhigendes fest: Ein Unbekannter räumte einfach die ganze Wiese auf. Fachgerecht entsorgte der Frechdachs den Güsel in einer Mülltonne. Er fand, die Aktion ziele einmal mehr auf die Jugendlichen ab. Nun hat Zug ein neues Problem: Wie soll man auf herumliegenden Güsel hinweisen, wenn keiner mehr herumliegt?

Für Roger Naef, der mit Leiter Fachstelle Littering Stadt Zug einen fast so majestätischen Titel trägt wie ein englischer Prinz, steht fest: Die Aktion wird in diesem Sommer wiederholt, dann aber mit permanenter Überwachung des Abfalls. Wäre ja gelacht, würde sich das Littering-Problem von alleine entsorgen.