Aquaman: Ein Superheld mit Sixpack und Dreizack

James Wan stellt in «Aquaman» einen der faszinierendsten Superhelden des DC-Comic-Universums vor. «Game of Thrones»-Star Jason Momoa spielt den Helden mit Charisma, Muckis und viel Charme.

Irene Genhart
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Seinen Dreizack hat er von Wassergott Poseidon, sein Name verweist auf den legendären King Arthur: Es gibt wenige Superhelden-Figuren, die so augenfällig auf ihre kulturgeschichtlichen Vorbilder verweisen, wie Arthur Curry aka Aquaman. 1941 in einem «More Fun Comic» erstmals aufgetaucht, hat Aquaman etliche Wandlungen durchgemacht und war verschiedentlich auch schon auf Leinwand anzutreffen, etwa 2016 in «Batman v Superman: Dawn of Justice».

Mit «Aquaman» bekommt er nun einen eigenen Film. Dieser tut nichts anderes, als Arthur Currys Herkunft zu beleuchten und ihn als Superheld mit all seinen Stärken, Schwächen und Superkräften für weitere Kinoauftritte zu lancieren. Mit coolem Raubeincharme und viel Feingefühl für seine Figur und deren komischen Seiten gespielt wird Aquaman von Jason Momoa.

Kitsch verleiht Leichtigkeit

Regisseur James Wans «Aquaman» setzt 1985 mit Tom Curry (Temuera Morrison) ein, der in einer stürmischen Nacht eine an Land geworfene Fremde in seinen Leuchtturm trägt. Es ist Atlanna, die Königin von Atlantis, auf der Flucht vor ihrer Zwangsehe: Nicole Kidman in einer ihrer bizarrsten Rollen. Die ersten Szenen sind gnadenlos kitschig, doch das tut dem Film gut und verpasst ihm Leichtigkeit. Der Verbindung zwischen Mensch und Wasserqueen entspringt ein Knabe. Nach einigen Jahren trauten Glücks beordern Atlantis Schergen Atlanna rüd zurück. Damit sind binnen weniger Minuten Marschrichtung, Tonfall und Erzählrhythmus dieses Filmes bestimmt, der sich meist unterhaltsam, oft ironisch, zwischen schnulziger Romanze, Abenteuerkomödie, Heldenepos und Actionfilm bewegt.

Schillernde Unterwasserwesen

Dreissig Jahre später trifft man Arthur wieder. Er ist beim Vater geblieben und hat unter Anleitung des Atlanters Vulko (Willem Dafoe) seine besonderen Fähigkeiten entdeckt und trainiert. Er ist bärenstark, ein agiler Kämpfer, kann unter Wasser atmen und sprechen, die Wesen des Meeres lieben ihn. Als Erstgeborenem stünde Arthur nach dem Tod seiner Mutter der Thron zu. Doch das interessiert ihn nicht, bis Prinzessin Mera (Amber ­Heard) ihn bittet, seinem Halbbruder Orm (Patrick Wilson) das Handwerk zu legen, der als derzeitiger Herrscher der Unterwasserreiche die Oberwelt zu vernichten droht.

Viel her gibt die Story von «Aquaman» nicht. Doch die Figuren sind faszinierend gezeichnet. Masken und Kostüme sind vom Feinsten und schön bunt; überhaupt ist «Aquaman» – im Unterschied zu früheren DC-Movies – augenfällig farbenprächtig. Das Beste daran sind weniger die bombastischen Schlachten als die mit viel Fantasie und Liebe zum Detail ausgestalteten Unterwasserwelten und deren Bewohner. Grusel-prächtige Fischmonster und überdimensionierte Krebse, Seepferdchen und Haie, vor allem aber das schillernde Atlantis, in dem man sich gern noch etwas länger umgesehen hätte .