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Im St.Galler «Haus zur Ameise» krabbeln keine Insekten sondern sprudeln Ideen

Seit März gibt es dort Ausstellungen und Veranstaltungen zu Grafik, Illustration, Animation und Fotografie. Die Halbjahresbilanz fällt positiv aus.
Urs-Peter Zwingli
Das Kollektiv Haus zur Ameise, vertreten durch Dominique Tandien, Mario Miles Wyler und Dominik Rüegg (v.l.).(Bilder: Hanspeter Schiess)

Das Kollektiv Haus zur Ameise, vertreten durch Dominique Tandien, Mario Miles Wyler und Dominik Rüegg (v.l.).(Bilder: Hanspeter Schiess)

Der Zugang zum «Haus zur Ameise» führt über die Augustinergasse, die mit ihren Lieferanteneingängen rauen Hinterhofcharme versprüht. Im 200-jährigen Haus steigt man eine knarrende Wendeltreppe hoch, zieht in der Tür den Kopf ein – und steht dann auf dem Fischgrätparkett vor einem Wandbild in Neonfarben.

Gemalt hat es der Ostschweizer Graffitikünstler CYOT, gezeigt wurde es am vergangenen Wochenende in einer Kurzausstellung. «Ausstellungen, die nur wenige Tage dauern, haben eine andere Dringlichkeit», sagt Dominik Rüegg vom sechsköpfigen Kollektiv, welches das «Haus zur Ameise» betreibt.

Eine eigentliche Pop-up- Ausstellung war es, für die CYOT vor Ort das Wandbild gemalt sowie Fotografien seiner technisch komplexen Graffiti aus ganz Europa gezeigt hat. Das ungewöhnliche Ausstellungsformat passt zum «Haus zur Ameise»: Das Konzept des Hauses für Illustration, Animation, Fotografie und Grafik ist offen; Experimente gehören zum Programm.

Künstlergespräche und ein Schuhmacher

Graffiti und andere angewandte Kunst findet Platz im «Haus zur Ameise».

Graffiti und andere angewandte Kunst findet Platz im «Haus zur Ameise».

Diesen März ist der Betrieb nach einer zweimonatigen Renovationsphase gestartet. «Der Umbau war intensiv, wir haben viel selber gemacht», sagt Rüegg. Er führt gemeinsam mit den Kollektivmitgliedern Mario Miles Wyler und Dominique Taudien durchs Haus. Ihre aktuelle Baustelle ist der Keller. Was dort entstehen soll, ist derzeit noch unklar.

Initiiert wurde das Projekt von Rüegg, Wyler und der Fotografin Claudia Schildknecht. Die drei jungen St.Galler, die gemeinsam an der Luzerner Kunsthochschule studiert haben, waren bei der Suche nach Atelierräumen auf das Haus gestossen, das nun vielfältig genutzt wird: Im zweiten Stock sind die Ateliers von Rüegg und Wyler sowie die Schuhmacherwerkstatt von Taudien untergebracht, im ersten Stock sind drei Zimmer für Ausstellungen reserviert.

Hier wurden bisher unter anderem Werke von St.Galler Illustratoren sowie Bilder verschiedener Fotografen gezeigt. Mit zwei Fotografen wurden im «Exrex» Künstlergespräche organisiert. «Fotografen haben viele Geschichten zu erzählen. Wir Illustratoren und Animatoren sind hingegen eher stille Schaffer», sagt Wyler dazu. Die drei Ameisen-Kollektivmitglieder erzählen begeistert von den Begegnungen, die sie erlebt haben: «Bei jeder Ausstellung sind Leute mit Zuspruch und Fragen zu uns gekommen. Das freut uns und bringt uns auf neue Ideen», sagt Rüegg.

Die Geschichte der Turnschuhe

Die Vielfalt zeigt sich im Programm der kommenden Monate: Für die Museumsnacht holt das Kollektiv eine Wanderausstellung zur Geschichte des Schweizer Trickfilms in die Ostschweiz. «Sie hat es im letzten Jahr nicht nach St.Gallen geschafft, was für den Schweizer Kunstbetrieb leider typisch ist», sagt Wyler, der als freischaffender Trickfilmer arbeitet. Danach zeigt das Network of Art – eine weltweite Künstlerdatenbank – Arbeiten, unter denen auch die Sparten Malerei und Plastiken vertreten sind. Im Oktober ist eine Ausstellung über die Geschichte von Sneakers (also Turnschuhe) geplant, und im November werden das Luzerner Grafikerkollektiv «Kulturkonsumenten» und danach der Fotograf Roshan Adhihetty ausstellen. «Wir haben noch viele Ideen – mal schauen, wohin sich das Haus zur Ameise in Zukunft entwickelt», sagt Rüegg.

hauszurameise.com

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