Ein Hauch von Rosenduft liegt in der Luft

ST. GALLEN. Was haben Spukhäuser und Revolutionen gemeinsam? Beide Phänomene entziehen sich ausschliesslich rationalen Erklärungsmustern.

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Im Nextex spukt es. (Bild: pd/Stefan Rohner)

Im Nextex spukt es. (Bild: pd/Stefan Rohner)

ST. GALLEN. Was haben Spukhäuser und Revolutionen gemeinsam? Beide Phänomene entziehen sich ausschliesslich rationalen Erklärungsmustern. In der Ausstellung «Sometimes in the twilight I see tiny things» im Projektraum Nextex finden Barbara Signer, Michael Bodenmann und Barbara Brülisauer stimmige Bilder für das Imaginäre und Unerklärliche.

Japanische Geisterhäuser

Barbara Signer und Michael Bodenmann reisten 2012 nach Japan und besuchten Häuser, in welchen es vermeintlich spukte. In der Ausstellung findet man einen Super-8-Film über diese Recherche. Eines der Spukhäuser ist auch als Fotografie präsent, aber nur als Spiegelung im Fenster des gegenüberliegenden Gebäudes. Dadurch gelingt es den beiden Künstlern, das Übersinnliche sichtbar zu machen.

Barbara Brülisauer hingegen findet mit ihrer Installation «It is sometimes said that revolutions are not made with rosewater» ein überzeugendes Bild für den teilweise irrationalen Ablauf einer Revolution. Inspiriert ist die Arbeit von einem Atelieraufenthalt in Kairo 2012, ein Jahr nach dem Arabischen Frühling. Die Installation, die in ihrer Komplexität dem darzustellenden Ereignis entspricht, besteht aus diversen Becken, die mit Schläuchen miteinander verbunden sind. Eine elektrische Pumpe lässt Wasser durchfliessen. Läuft das Wasser in einem der Becken über – was nicht voraussehbar ist – wird es in einem speziellen, mit Rosenwasser angereicherten Behälter gesammelt und erneut dem Kreislauf übergeben. Dadurch breitet sich das Rosenwasser nach und nach im ganzen (Gesellschafts-)System aus und beduftet den ganzen Raum. (gen)

Bis 4.12. www.nextex.ch

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