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Ein grosser Erzähler ist wieder zu entdecken

Lesbar Kurz & bündig

William Saroyan Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich, dtv, 208 S., Fr. 29.–

William Saroyan (1908–1981), heute im Schatten anderer grosser amerikanischer Erzähler, kann nun auf Deutsch wieder entdeckt werden. Grossartig. Versammelt in dem neuen Band sind 16 Kurzgeschichten, kongenial übersetzt von Nikolaus Stingl und mit einem ebenfalls lesenswerten Nachwort von Richard Kämmerlings versehen. Saroyan, Sohn armenischer Einwanderer, schrieb die Short Storys zwischen 1934 und 1950. Seinen Helden – oder vielleicht besser Antihelden – begegnete er im Alltag und nahm sich ihrer äusserst liebevoll an. Mal ist es ein Versicherungsvertreter, ein kleiner Farmer oder ein Telegrafist, mal sind es Einwanderer, Spieler oder Trinker. Und es sind auch Kinder und Jugendliche. Etwa die beiden Knaben, die von einer älteren Lady zum Singen in einem presbyterianischen Chor überredet werden. Am Ende singen sie, aber nur gegen Bares. «‹Ein Dollar und ein Quarter›, sagte Pandro, ‹oder wir gehen zu den Baptisten›». Sa­royan bedient sich einer einfachen, direkten Sprache, die aber eine grosse Sogwirkung entfaltet. Sein Blick auf die Figuren ist mal ironisch und mal melancholisch, aber immer schwingt Witz und Humor mit.

Robert Gernhardt Der kleine Gernhardt, hrsg. von Andrea Stoll, S. Fischer, 192 S., Fr. 27.–

Eine Autobiografie von A bis Z

Robert Gernhardt (1937–2006), deutscher Schriftsteller, Maler und Zeichner, hat ab 1970 und bis zuletzt kontinuierlich in Schulhefte geschrieben und gezeichnet. Aus diesem Fundus ist «Der kleine Gernhardt» entstanden, von ihm noch selbst begonnen und von Andrea Stoll noch komplettiert. Der Titel erinnert an den «Kleinen Pauly», das Standardlexikon der Antike, und so lautet der Untertitel von Gernhardts Werk denn auch nicht ganz unironisch «Was war, was bleibt von A bis Z». Es sollte eine Art Autobiografie in alphabetisch geordneten «Stich- und Hauptworten» geben. Sie setzen ein mit Alter und Apokalypse und enden mit Zahnarzt und Zeichnen: «Zeichnen heisst weglassen (Er liess immer mehr weg, schliesslich auch das Weglassen)» Da findet sich Anekdotisches, Philosophisches, Politisches, Biografisches über Weggefährten und Zeitgenossen – ernsthaft, ironisch, melancholisch.

Urs Bader

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