Ein Garten in Afrika

LESBAR KUNST

Christina Genova
Merken
Drucken
Teilen
Bild: Christina Genova

Bild: Christina Genova

LESBAR KUNST

Kalkfeld ist ein Dorf in Namibia. In der neusten Ausgabe von «Kunst und Bau» erzählt der in Düsseldorf lebende St. Galler Bildhauer Thomas Stricker, wie es dazu gekommen ist, dass er für die dortige Primarschule einen Schulgarten angelegt hat. Mit Hilfe von Schülerinnen und Schülern und der Unterstützung der Schulleitung legte der Künstler Beete an und baute ein Schattendach. So gelang, was vielen Entwicklungsorganisationen misslingt: Thomas Stricker schuf ein nachhaltiges Projekt, eine «soziale Skulptur», welche seit mittlerweile acht Jahren besteht. Auch wenn dies bedeutet, dass jede Nacht ein Wächter den Garten bewacht. Als Thomas Stricker drei Jahre nach der Eröffnung nach Kalkfeld zurückkehrte, waren im ganzen Dorf kleine und grössere Gärten zu sehen, wo Tomaten, Mais und Blumen wuchsen. Die Schüler hatten ihr Gartenwissen nach Hause gebracht und eigene Gärtchen angelegt.

Thomas Stricker: Kalkfeld Namibia. Kunst und Bau Nummer 4, Vexer 2015, 14 S., Fr. 9.–

Die Dada-Frauen

Statt eines Huts trug Elsa von Freytag-Loringhoven einen Papierkorb mit einer Petersiliengarnitur auf dem Kopf. An ihr Kleid hatte sie Spielzeug genäht: Puppen, Soldaten, Autos und Spieldosen. So ausstaffiert spazierte sie durch New York, an der Hand sieben kleine Strassenköter. Elsa von Freytag-Loringhoven ist eine von fünf Dada-Künstlerinnen, die im zweiten Teil des Buches «Die Dada. Wie Frauen Dada prägten» genauer vorgestellt werden. Sie machte ihren Körper zum Kunstwerk, war eine Pionierin des Dada und Vorläuferin der feministischen Körper- und Performancekunst der 1960er-Jahre. Im Gegensatz zu Elsa von Freytag-Loringhoven sind viele Dada-Frauen heute vergessen. Herausgeberin Ina Boesch stellt deshalb im ersten Teil des Buches nicht nur bekannte Dada-Frauen wie Emmy Hennings vor, die Mitbegründerin des Zürcher Cabaret Voltaire, sondern auch solche, die sich an der Peripherie dieser Bewegung befanden, die nächstes Jahr 100 Jahre alt wird. Es sind häufig starke Frauen, die ihr eigenes Leben lebten und damit ihrer Zeit voraus waren.

Ina Boesch (Hrsg.): Die Dada. Wie Frauen Dada prägten, Scheidegger & Spiess 2015, 163 S., Fr. 29.–

Bild: Christina Genova

Bild: Christina Genova