Ein Flügel-Juwel kommt jetzt fest nach St.Gallen – das Instrument soll das Herz eines neuen Konzertraums bilden

Die St.Galler Pianistin Claire Pasquier erfüllt sich einen Traum: Mit einem edlen Fazioli-Flügel will sie eine neue Konzertreihe lancieren. Zu hören ist das Instrument erstmals am Sonntag in zwei Streaming-Konzerten. Fürs Tagblatt hat die Künstlerin gleich zwei aktuelle Videos auf dem neuen Flügel aufgenommen.

Martin Preisser
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Claire Pasquier: Glücklich über den neuen Flügel.

Claire Pasquier: Glücklich über den neuen Flügel.

Bild: Nik Roth

Am Mittwoch ist er in der evangelischen Kirche St.Gallen-Rotmonten angekommen: Ein Konzertflügel der italienischen Nobelmarke Fazioli. Es ist nicht irgendein Instrument, sondern eines, auf dem Klassikgrössen wie Angela Hewitt oder Jazzgrössen wie Herbie Hancock spielen, wenn sie in der Schweiz konzertieren.

Stellungsinstrument nennt man so einen Flügel, der auf besondere Auftritte wartet, etwa im KKL Luzern. 278 Zentimeter lang ist dieser Fazioli aus dem friaulischen Sacile; sein Resonanzboden ist hergestellt aus Rotfichten aus dem Val di Fiemme in den südlichen Dolomiten, aus demselben Holz, mit dem schon Stradivari seine Geigen gebaut hat.

Der Fazioli F 278 ist in Rotmonten angekommen.

Der Fazioli F 278 ist in Rotmonten angekommen.

Bild: Nik Roth

Dieser Flügel ist jetzt in St.Gallen nicht nur zu Gast, sondern er soll dort bleiben. Die St.Galler Pianistin Claire Pasquier will ihn auch mit Hilfe von Sponsoren finanzieren und unter dem Motto «Opus 278» eine eigene Konzertreihe lancieren, deren Untertitel «Die Konzerte mit dem Fazioli-Klang» lautet. Die Musikerin ist im Moment auf der Suche nach einem geeigneten privaten Konzertraum, in dem dieser Fazioli das Konzertleben St.Gallens um eine besondere Komponente bereichern soll.

Der Belcanto-Klang des Flügels kommt der Pianistin entgegen

Claire Pasquier hat sich in der Region einen Namen gemacht als sensibel gestaltende Kammermusikerin, Liedbegleiterin und vielseitige Korrepetitorin. Ihre Einspielung von Bachs «Goldberg-Variationen» hat auch ihre solistische Fähigkeit bewiesen, sehr gesanglich und nuancenreich zu spielen. Fähigkeiten, die ein Flügel der Marke Fazioli intensiv unterstützt. Immer mehr Weltklassepianisten und Veranstalter internationaler Klavierwettbewerbe setzen inzwischen auf die edlen italienischen Flügel und deren Klang, welcher dem Opern-Belcanto nachempfunden ist.

Neben dem in allen Lagen warmen, ausgeglichenen Klang überzeugt die Marke Fazioli immer mehr Pianisten auch durch das Handling. Die Tastatur reagiert extrem sensibel und genau auf den Anschlag der Spielenden. Claire Pasquier sagt:

«Wie Butter läuft da alles bei diesem einmaligen Instrument.»

Die in Australien geborene Künstlerin schwärmt von der Ankunft ihres Flügels und nennt ihn überschwänglich «Königin von Saba». Knapp 88'000 Franken kostete er als Occasion und ist damit ein echtes «Schnäppchen». 10'000 Franken hat die Pianistin selbst hineingesteckt.

Am Sonntag wird der Fazioli F 278 eingeweiht, mit zwei Streaming-Konzerten. Am Morgen um 10.30 Uhr mit dem Geiger Robert Dumitrescu, der auf einer Stradivari spielt und somit auf dem gleichen Dolomitenholz wie im Fazioli. Am Abend um 17 Uhr gesellt sich dann der Cellist Fernando Gomes zur Pianistin Claire Pasquier.

Die Kirche Rotmonten ist nur Gaststation, bis Claire Pasquier einen eigenen Konzertraum für den Fazioli gefunden hat. Seit vier Jahren organisiert sie in Rotmonten ein Flügelfestival, auf einem durch Crowdfunding erworbenen Flügel, der sich jetzt für kurze Zeit den Platz mit dem Fazioli teilen muss. Dieser sei magisch, spiele sich wie von alleine, schwärmt Claire Pasquier von ihrem neuen Flügel mit den fantastischen Farben. Er wird zusätzlich zur weiter bestehenden Rotmonten-Reihe dereinst in einem neuen Lokal das Musikleben der Stadt ergänzen.

Hinweis: www.fluegelfestival.ch; Streaming: https://absolutelyclassical.lpages.co/opus-278/

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