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Warum es wichtig ist, sich um das Kulturerbe zu kümmern

Bürli backen, Fossilien im Alpstein entdecken, Ausserrhoder Mundart lauschen: Zig Veranstaltungen in der Region wollen dieses Jahr das kulturelle Erbe ins Bewusstsein rücken. Warum eigentlich?
Interview: Julia Nehmiz
Auch das gehört zum kulturellen Erbe der Region: Maskenschnitzkunst der Schnitzfreunde Flums. (Bild: Alltag-Agentur)

Auch das gehört zum kulturellen Erbe der Region: Maskenschnitzkunst der Schnitzfreunde Flums. (Bild: Alltag-Agentur)

Das europäische Jahr des Kulturerbes hat es auch in die Ostschweiz geschafft. Seit Anfang Juni kann man sich dem materiellen und immateriellen kulturellen Erbe der Region nähern. Das Amt für Kultur des Kantons St.Gallen versammelt Veranstaltungen, die das kulturelle Erbe thematisieren. Andreas Schwarz, stellvertretender Amtsleiter, weiss warum.

Andreas Schwarz, wieso gibt es das Kulturerbejahr 2018?

Das wurde auf europäischer Stufe ausgerufen und vom Bund aufgegriffen. In der Ostschweiz sind mehrere Verbände und Organisationen an uns herangetreten, doch etwas gemeinsam zu machen.

Und warum braucht es so ein besonderes Jahr?

Zum kulturellen Erbe kommen mir viele Sprichwörter in den Sinn wie zum Beispiel «Wer nicht weiss, woher er kommt, der weiss nicht, wohin er geht». Ich glaube, im Kern geht es darum, Geschichten zu entdecken und zu erzählen. Geschichten vom materiellen und immateriellen Dingen, die uns alle betreffen.

Was sollen diese Geschichten uns erzählen?

Schauen Sie, alles um uns herum erzählt Geschichten. Das materielle Erbe umfasst auch Gebäude, Brücken, Schienen, Strassen – wir bewegen uns täglich mitten in Geschichten! Und auch das immaterielle Erbe erzählt Geschichten, in den ganzen Traditionen oder Sagen, die helfen, die Zeit und das Jahr zu strukturieren. Das Kulturerbe wirkt in den Alltag hinein.

Aber nochmal: Wozu braucht es da so ein Veranstaltungsjahr?

Das Kulturerbejahr soll helfen, dieser Wirkung des kulturellen Erbes nachzuspüren. Und es soll die Bedeutung des Erbes bewusster machen und die Neugierde wecken. Schön wäre es, wenn daraus ein grösseres Wohlwollen gegenüber den Anliegen von Kulturerbe wachsen könnte.

Kulturelles Erbe, das klingt allerdings ziemlich abstrakt.

So ein «Erbe» fällt einem erstmal zu, ob man will oder nicht. Die vorhergehenden Generationen haben das erschaffen und hinterlassen es den nachfolgenden. Das verpflichtet zuerst zum Dialog. Man muss ja entscheiden, wie mit so einem Erbe umgegangen werden soll. Durch diesen Dialog macht man sich die Dinge zu ­Eigen. Das heisst im Idealfall, dass man Gebäude nicht abreissen, Traditionen nicht aussterben lässt.

Die Ostschweiz sei «ausserordentlich reich an Kulturerbe», heisst es in einer Ankündigung.

Das ist sie auch. Die Ostschweiz liegt im Herzen Europas. Sie war immer wieder unmittelbar in grosse geschichtliche Strömungen eingebunden. Viele Städte und Ortschaften haben sich besonders entwickelt, wie zum Beispiel St. Gallen während der Textilblüte. Zu dieser Zeit wurden besondere Gebäude gebaut und Techniken entwickelt, die es sonst nicht gegeben hätte.

Warum planen nur Ausserrhoden und St.Gallen ­zusammen?

Diese Projektpartnerschaft ist in relativ kurzer Zeit entstanden. Andere Kantone und Verbände widmen sich dem Kulturerbejahr auf andere Weise.

Fast alle Veranstaltungen, die unter Kulturerbejahr genannt werden, gäbe es auch ohne dieses Label.

Das ist richtig und ist auch schön. Diesen Anlässen, die sich dem kulturellen Erbe widmen, wollten wir durch diese kuratierte Sammlung eine Plattform geben und zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Es ist also eine, durchaus pragmatische, Konzentration und Bündelung zu Gunsten von Aufmerksamkeit auf das vielfältige Ostschweizer Kulturerbe.

Infos unter ke2018.ch

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