Kolumne

«Tatort»: Ein Abschied im freien Fall

Der letzte Fall für Lürsen und Stedefreund aus Bremen.

Susanne Holz
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34 Fälle haben sie zusammen gelöst seit November 2001, die Bremer Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen). Fünf Fälle löste Lürsen zuvor noch alleine, ihren ersten, «Inflagranti», am 28. Dezember 1997. Nun verabschieden sich die beiden Sympathieträger aus Bremen, deren Stärken stets in ihrer Loyalität, ihrer Menschlichkeit und ihrer nicht vorhandenen Eitelkeit zu finden waren.

Lürsen und Stedefreund nehmen Abschied im freien Fall. Gleich zu Beginn lösen sie eine Wette ein und testen ihre Paarqualitäten bei einem Fallschirmsprung: Sie sind auch in der Luft ein gutes Team. Im weiteren Verlauf des Krimis entfernen sie sich voneinander, decken Geheimnisse des anderen auf, helfen sich, schützen sich. Es passiert sehr viel in dieser Folge, deren Titel einem Abzählreim entnommen ist: «Wo ist nur mein Schatz geblieben?» Im Zentrum: das Team Inga Lürsen/Stedefreund.

Eigentlich passiert zu viel. Und man wundert sich etwas, dass dieses Zuviel ausgerechnet dem erfahrenen Regisseur Florian Baxmeyer unterläuft, der auch das Drehbuch schrieb, zusammen mit Michael Comtesse. Ein wilde Geschichte um eine Immobilienentwicklungsfirma, die Geld für die tsche­tschenische Mafia wäscht, um Stedefreunds Afghanistan-Vergangenheit, um zwei kaputte BKA-Ermittler, um einen Ring Perverser im Visier dieser Ermittler, und, und, und.

Eine Story, ebenfalls im freien Fall. Freude machen jedoch die Darsteller. Neben Postel und Mommsen speziell die super-charismatischen Schauspielerinnen Luise Wolfram als BKA-Ermittlerin Linda Selb und alte Liebe von Stedefreund. Sowie Violetta Schurawlow als düster schillernde Mafiabraut.

«Tatort» aus Bremen: «Wo ist nur mein Schatz geblieben?» Morgen, Ostermontag, 20.05 Uhr, SRF 1.