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Ehrgeizige Neubaupläne für das Kunstmuseum Bern

Alle Anläufe für Erweiterungen sind bisher gescheitert. Nun plant man neu, gleich maximal.
Sabine Altorfer
Das Kunstmuseum Bern. (Bild: Christoph Aebischer)

Das Kunstmuseum Bern. (Bild: Christoph Aebischer)

Drei Varianten für Erweiterung und Sanierung des Kunstmuseums Bern hat die Trägerstiftung geprüft. Nun kommt sie zum Schluss: Nur die Maximalvariante ist richtig. Ihr Inhalt liest sich wie eine Wunschliste: Sanierung des Altbaus, Implantierung und Umbau der benachbarten Polizeiwache und dazwischen einen Neubau. Die Hodlerstrasse vor dem Museum soll nicht nur verkehrsfrei, sondern zur Flaniermeile aufgewertet und der steile Hang zur Aare durch einen Fussweg «zum naturnahen Erlebnisraum» werden. Kostenschätzung: 82,4 Millionen Franken (+/– 25 Prozent).

Wer die Geschichte des Kunstmuseums Bern kennt, staunt. Seit dreissig Jahren ringt man um eine Erweiterung. Es ist eine Geschichte des Scheiterns. Die personellen und finanziellen Kollateralschäden sowie der Imageverlust waren dabei beträchtlich.

Die Ausdehnung der Denkzone

Nach dem letzten Teildebakel 2017, der erfolgreichen Beschwerde gegen die dringenden, aber zu freihändig vergebenen Sanierungsarbeiten am Atelier 5-Anbau von 1983, beschloss die Dachstiftung des Museums, das Ganze neu anzugehen. Sie schreibt: «Für eine überzeugende Zukunftslösung braucht es die Ausdehnung der Denkzone.»

Mit Workshops, Umfragen und Diskussionen ergründete man die Wünsche von Publikum, Politik und Museumsleuten und sagt nun: Nur die Maximalvariante bringt die gewünschte neue Nutzfläche von 1300 Quadratmetern. Gegenwartskunst, Kunstvermittlung und die Sammlung brauchen mehr Platz, und das Publikum soll zeitgemässe, grosszügige Begegnungszonen und Gastroerlebnisse bekommen. «Das Kunstmuseum der Zukunft – eingebettet zwischen Kunstmeile Hodlerstrasse und dem Aarehang – ist der Ausgangspunkt für ein einzigartiges, ganzheitliches Kunst- und Kulturerlebnis», steht im Strategiepapier.

Noch ist das Absichtserklärung. Denn noch ist das Polizeigebäude durch die Polizei belegt, noch haben Stadt und Kanton «nur» 40 Millionen Franken reserviert, noch hat Mäzen Hansjörg Wyss sein Versprechen von 20 Millionen Franken nicht bestätigt, noch ist unklar, wie die Hodlerstrasse, die ein Parkhaus erschliesst, verkehrsfrei werden könnte.

Die lange Geschichte des Scheiterns

1987 Erste Pläne für ein Museum für Gegenwartskunst – im Kunstmuseum oder kombiniert mit einem Klee-Museum.

1998 Maurice E. Müller lanciert ein Zentrum Paul Klee am Stadtrand und lässt das Kunstmuseum ins Offside laufen.

2000 Erste Pläne für ein Gegenwartsmuseum im Progr.

2001/2002 Direktor Toni Stooss wird entlassen, Matthias Frehner übernimmt.

2004 Mäzen Hansjörg Wyss verspricht 17 Mio. Franken für ein Gegenwartsmuseum im Progr, er stoppt das Projekt aber.

2006 Wettbewerb für einen Neubau, die Denkmalpflege verhindert das Siegerprojekt.

2007 Die Stiftung wählt das zweitplatzierte Bauprojekt. Mäzen Wyss blockiert, verspricht dann doch 12 Mio. Franken.

2009 Die Kosten erhöhen sich auf 25 Millionen. Das Projekt wird aufgegeben.

2016 Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee fusionieren. Nina Zimmer wird Direktorin.

2017 Eine Beschwerde stoppt die Sanierung. (sa)

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