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Dušas Seelenmusik

Das Ende Nach Tournées durch ganz Europa ist im neunten Bandjahr Schluss für das The Duša Orchestra. Für die Ostschweiz ein herber Verlust.
Michael Hasler

Das entscheidende Treffen findet vor ziemlich genau sieben Jahren im Herzen St. Gallens statt, in einem heute beinahe vergessenen Lokal namens Filou. Morgens um sechs haben sich Goran Kovacevic, das Brüderpaar Peter und Enrico Lenzin sowie Patrick Kessler hier hinter einen Tisch geklemmt und besprechen noch einmal ihren Auftritt am OpenAir St. Gallen.

Wundersam-durchmischt

Was dann folgt, ist nicht nur ein exquisiter Auftritt am grössten Ostschweizer Musikevent, sondern eine für die Ostschweiz beispiellose Karriere einer Band. Das The Duša Orchestra hebt mit seinem spektakulären Balkan-Jazz-Bastard in ungeahnte Höhen ab, durchreist in regelmässig wiederkehrenden Tournés verschiedene Teile des Kontinents, spielt in renommierten Konzerthäusern in Luxemburg, Berlin oder Wien und spielt sich in die Herzen eines wundersam-durchmischten Publikums.

Musik «ohne Kompromisse»

Dass es ausgerechnet Balkan-Jazz, jene so gar nicht akademisch motivierte Vermengung von östlicher Folkmusik, Schweizer Folklore und globalem Jazz, sein würde, die die Band weiter als alle anderen Ostschweizer Bands der letzten Dekade führt, mag für immer ein Geheimnis bleiben. «Unser Erfolgsrezept war es womöglich, die Menschen berühren zu wollen. Wir wollten Seelenmusik machen und dies bedingungslos und ohne Kompromisse», nennt Peter Lenzin eine mögliche Erklärung für den Erfolg.

Grandiose Auftritte

«Für mich war es vor fast zehn Jahren ein musikalischer Befreiungsschlag», erinnert sich Goran Kovacevic. «Ich hatte zuvor vor allem klassisch musiziert und fand in dieser Formation eine Freiheit wieder, die auf mich und die Menschen überschwappte.»

In den folgenden acht Jahren setzte das Quartett – verteilt auf sechs verschiedene CDs – weit über 10 000 Tonträger ab, produzierte die Musik für das Theaterstück «Die schwarze Spinne» und führte verschiedenste Musiker aus allen Ecken Europas und der Schweiz in Projekten zusammen. Das Heimatgefühl ist dennoch geblieben und manifestiert sich für das Ostschweizer Ensemble in St. Gallen: «Die grandiosesten Auftritte hatten wir nicht draussen in der Welt, sondern hier in St. Gallen», sind sich Lenzin und Kovacevic einig.

Wer so rasend aufregend musiziert, kann dies wohl nur als perfekt funktionierender Bandorganismus tun. «Wir sind und waren so enge Freunde, wie man sich dies nur vorstellen kann», sagt Lenzin. «Ich habe unsere Band immer mit einer Ehe verglichen, gerade weil wir so innig und vielleicht auch so verzehrend waren.»

«Persönliche Differenzen»

Dass sich dieser Monolith der Ostschweizer Kulturszene nun auflöst, kommt für Fans und Beobachter überraschend, nicht aber für die Band. «Bereits 2010 standen wir nach persönlichen Differenzen unmittelbar vor dem Aus», sagt Kovacevic. Im Zusammenhang mit der Produktion ihrer siebten und letzten CD «Four Brothers» aber wurden die Differenzen unüberwindbar. Zum Schluss bleibt ein neuer Tonträger und ein gutes Dutzend Konzerte. Start ist am Samstag in Engelburg.

Infos:www.dusaorchestra.com

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