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B-Sides Festival auf dem Sonnenberg: Dringlich, wütend, energisch

Mit Kate Tempest eröffnete am Donnerstagabend eine sehr angesagte Rap-Poetin das B-Sides-Festival auf dem Sonnenberg. Im Publikum staunte auch der neue Kultur-Regierungsrat mit.
Michael Graber
Kate Tempest schleuderte ihre Rapzeilen dringlich in den Krienser Nachthimmel. (Bild: Manuel Jans-Koch (Kriens, 13. Juni 2019))

Kate Tempest schleuderte ihre Rapzeilen dringlich in den Krienser Nachthimmel. (Bild: Manuel Jans-Koch (Kriens, 13. Juni 2019))

Schon im ersten Song macht Kate Tempest klar, was es wird: «A night to remember that we’ll soon forget». Dringlich, wütend, energisch schleudert die Britin ihren Song «Europe is Lost» in den Krienser Himmel, der sich gerade im Übergang zwischen Tag und Nacht befindet. Nur von einer Musikerin an allerlei Tasteninstrumenten begleitet, kanalisiert Tempest ihre Gefühle in Songzeilen und lässt sie aus den Boxen tropfen.

Sie erzähle halt viel auf Englisch, meint Tempest, wer sie nicht verstehe, der solle sie doch einfach fühlen. Und man fühlt sie. Vielleicht fehlt der Band-Groove etwas und da und dort wirkt doch etwas statisch, was da auf der Bühne passiert, aber Tempest rettet mit Präsenz und Eindringlichkeit vor Gleichgültigkeit. Sie rappt auch mal ohne Beats, lässt es kräftig wummern und hat dabei stets eine enorme Ausstrahlung. «A Night To Remember»? Da ist die Antwort so direkt nach dem Konzert noch etwas diffus, aber «soon forget» wird Kate Tempest auf keinen Fall sein.

Kate TempestKate Tempest
Auftritt der Band GeilerAsDu am B-Sides auf dem Sonnenberg.Auftritt der Band GeilerAsDu am B-Sides auf dem Sonnenberg.
Auftritt von Odd Beholder.Auftritt von Odd Beholder.
Auftritt von GeilerAsDu.Auftritt von GeilerAsDu.
Auftritt von GeilerAsDu.Auftritt von GeilerAsDu.
Auftritt von GeilerAsDu.Auftritt von GeilerAsDu.
Auftritt von GeilerAsDu.Auftritt von GeilerAsDu.
Auftritt von GeilerAsDu.Auftritt von GeilerAsDu.
Auch die Kleinen waren mit dabei – mit Gehörschutz!Auch die Kleinen waren mit dabei – mit Gehörschutz!
Auftritt von Kate Tempest.Auftritt von Kate Tempest.
Auftritt von Kate Tempest.Auftritt von Kate Tempest.
Auftritt von Kate Tempest.Auftritt von Kate Tempest.
Auftritt von Kate Tempest.Auftritt von Kate Tempest.
Kate TempestKate Tempest
14 Bilder

B-Sides Festival auf dem Luzerner Sonnenberg

Zumal mit Kate Tempest dem B-Sides einmal mehr ein Husarenstück gelungen ist. Da kommt eine wahnsinnig angesagte Musikerin auf den Krienser Hausberg. Die anderen Stationen auf ihrer Festivaltour sind deutlich grösser. Festivalbooker Marcel Bieri sagt dann auch am Festival-Apero, «ich weiss selber nicht genau, wie wir das geschafft haben». Natürlich weiss er es eigentlich genau: Das B-Sides ist längst kein Schattenpflänzchen mehr, sondern wird offensichtlich auch unter der britischen Sonne wahrgenommen. Das Festival ist liebevoll gestaltet und kuratiert und hat sich zum zweitwichtigsten Open Air für alternative Klänge gemausert (knapp hinter der Kilbi in Bad Bonn). Der Donnerstag war knapp nicht, die anderen Tage sind deutlich ausverkauft. Auch der unfreiwillig in die Rolle als neuer Kultur-Regierungsrat geschupfte Marcel Schwerzmann war da. Etwas im Hintergrund, aber gänzlich unangetan schien er ob des Gebotenen nicht.

GeilerAsDu mit starkem Auftritt

Vor Tempest spielen noch die Luzerner GeilerAsDu. Mit Band. Und mit grosser Lust. Es hat Druck, es hat Kraft und es hat jene Dynamik, die man bei Tempest später etwas vermissen wird, aber das wusste man da ja noch nicht. Jwan Steiner an den Drums und Pascal Eugster am Bass ergänzen das Luzerner Hip-Hop-Trio und sorgen dafür, dass der Sound den nötigen Drive erhält. Etwas weniger überzeugend sind kurz darauf Odd Beholder. Es bleibt alles eine Spur zu luftig und zu wenig fassbar. Deutlich besser hätten die Zürcher in die Dunkelheit gepasst. Auch Linda Vogel, die das Festival im Duo (Harfe, Schlagzeug) vor erfreulich stillem Publikum eröffnet, werden wir jetzt nicht sonderlich lange für ihren Auftritt rememberen.

So bleibt dafür Zeit, um über das Gelände zu streifen. Es riecht nach allerlei Essen (einmal mehr grosses Kompliment an die Küche), und man kann sich gar Buttons machen lassen. Einfach sein Lieblingswort hinschreiben, einen kleinen Obolus leisten und schon gestalten einem Künstlerinnen einen eigenen Anstecker, den man eine halbe Stunde später abholen kann. Auch sonst passiert immer mal wieder etwas auf dem Gelände. Mal musikalisch, mal wird eine glitzernde Spontanbar aufgebaut.

Cashless funktioniert

Durchaus gespannt war man im Vorfeld, ob das neue Cashless-System funktioniert. Ab diesem Jahr bezahlt man auf dem Sonnenberg mit vorab aufgeladener Bezahlkarte. Und siehe da: Es klappt. Erfreulich schnell kommt man zu Bier und Essen. Aufgeladen ist die Karte rasch, und grosse Pannen sind ausgeblieben. Das erlebte man an anderen Festivals schon chaotischer.

B-Sides-Nächte sind oft solche, die man insgesamt in Erinnerung behält. Das ist am Eröffnungsabend nicht anders. Nachhalliger als gewöhnliche Festivalnächte sind B-Sides-Nächte allemal.

Hinweis
Das B-Sides-Festival dauert noch bis am Samstag. Tickets gibt es nur noch für das Kinderprogramm am Samstagnachmittag. Infos: www.b-sides.ch

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