Dreimal deutsche Orgelromantik

Brahms, Mendelssohn und Schumann bilden die Schwerpunkte des diesjährigen «Linsebühler Orgelfrühlings». Die Aufführung aller Orgelwerke Schumanns ist dabei ein besonderer Leckerbissen.

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Von vielen berühmten Komponisten kennt man oft nicht deren Orgelschaffen, nicht selten zu Unrecht. Die Konzertreihe «Linsebühler Orgelfrühling», für die der Organist Bernhard Ruchti programmatisch verantwortlich zeichnet, stellt nicht das erste Mal Komponisten ins Zentrum, die man nicht automatisch mit Orgelmusik in Verbindung bringt.

Poetischer Schumann

Dieses Jahr feiert die Musikwelt den zweihundertsten Geburtstag von Robert Schumann.

Aus diesem Anlass konnte der italienische Organist Francesco Finotti aus Padova verpflichtet werden, der am zweiten der drei Orgelfrühlingssamstage (17. April) mit dem Gesamtwerk Schumanns für Orgel bekanntmachen wird.

Als erster Preisträger des Franz-Liszt-Wettbewerbs in Budapest hat Finotti an der Zürcher Tonhalleorgel bereits das Gesamtwerk von Schumann und Liszt eingespielt. Überwiegend kontrapunktisch hat sich Schumann an der Orgel ausgelebt. Mit «Sechs Fugen über den Namen BACH» op.

60 steuert er einen interessanten, streng gesetzten Beitrag zur Musik über diese Buchstabenkombination bei. Wie auch in den «Sechs Stücken in kanonischer Form» op. 56 und den «Skizzen für den Pedalflügel» op. 58 verbindet Schumann in seinem Orgelwerk pianistischen Klangsinn mit Sinfonik auf der Orgel. Der Abend bietet die seltene Gelegenheit, diese so klangprächtigen wie poetischen Werke Schumanns einmal vollständig zu hören.

Mendelssohn transkribiert

Im morgigen Eröffnungskonzert des diesjährigen «Linsebühler Orgelfrühlings» steht Felix Mendelssohn im Zentrum. Der Freiburger Organist Martin Schmeding, Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, wird die Orgelsonate in f-Moll von Mendelssohn sowie dessen Präludium und Fuge in d-Moll interpretieren. Das Rezital ist dann vor allem durch Transkriptionen für Orgel geprägt.

Martin Schmeding hat Mendelssohns «Variations sérieuses» und die Ouverture aus dem Oratorium «Paulus» für Orgel gesetzt. Von Bach erklingt zudem eine Transkription aus der Matthäuspassion und die Sinfonia aus dem «Actus Tragicus», den Mendelssohns Schwester Fanny Hensel für Orgel umgeschrieben hat.

Introvertierter Brahms

Auch der Hausorganist der Linsebühlkirche, Bernhard Ruchti, wartet mit einer Gesamtdarstellung auf: Am 24. April, dem dritten Anlass, spielt er (neben Liszt) alle elf Choralvorspiele op.

122 von Johannes Brahms, introvertierte und kraftvolle Miniaturen zugleich. Mit Brahms schliesst sich beim diesjährigen Orgelfrühling auch das romantische Dreieck mit Schumann und Mendelssohn, die auch biographisch jeweils eng verbunden waren. (pd/map)

Samstage 10., 17. und 24. April, jeweils 19 Uhr, Eintritt frei (Kollekte)

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