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Drei Schweden schweben über den Dingen

Hörbar Jazz

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Bobo Stenson Trio

«Contra la indecision», ECM

Über ein halbes Jahrzehnt dauerte das bange Warten auf ein ­neues Album dieses sublimen Trios. Das Warten hat sich gelohnt! Dem Pianisten Bobo Stenson, dem Bassisten Anders Jormin und dem Schlagzeuger Jon Fält ist erneut ein hinreissendes Meisterwerk des empathischen Piano-Trio-Jazz geglückt. Die drei Schweden musizieren tiefschürfend und klischeefrei, oft schweben sie geradezu über den Dingen. Mit fünf von insgesamt elf Stücken stammt der Löwenanteil des anspruchsvollen Repertoires aus der Feder Anders Jormins. Drei Stücke hat man im Klassiksektor (Bartók, Mompou, Satie) stibitzt und auf einzigartige Weise transzendiert. Das Titelstück ist eine Komposition des Kubaners Silvio Rodriguez, dem man bereits auf früheren Stenson-Alben begegnen konnte. Einziger Wermutstropfen: Da das Album in einem Auditorium und nicht in einem Studio aufgenommen wurde, ist das Klangbild ziemlich weichgezeichnet.

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Matthias Tschopp Quartet

«Untitled», Wide Ear Records

Wenn Bilder sich in Musik verwandeln

Er hat es wieder getan! Für das Debütalbum seines Quartetts hatte Matthias Tschopp Stücke geschrieben, die auf Bildern des Spaniers Juan Miró basieren. Und nun legt der Zürcher Bariton­saxophonist ein ambitioniertes und aufwendig gestaltetes Doppel-CD-Pack mit einem Konzertmitschnitt (CD 1) und einer Studio-Collage (CD 2) vor, bei dem die Bilder, von denen er beim Komponieren ausgegangen ist, in Reproduktionen auf Einzelblättern mitgeliefert werden. Die Bilder stammen von Jean-Michel Basquiat, Friedensreich Hundertwasser, Jackson Pollock, Mark Rothko und Rolf Winnewieser. Doch wie kommt Tschopp von den Bildern zur Musik? Die Antwort lautet: auf ganz unterschiedliche und sehr ungewöhnliche Weise – zum Beispiel indem er Tintenspritzer auf Notenpapier in Stücke verwandelt und damit der Action-Painting-Methode Pollocks folgt. Es ist Matthias Tschopp allerdings auch ein Anliegen, die Band eng in den kreativen Prozess einzubinden. Das Resultat könnte man als faszinierenden Klangfarben-Jazz ­bezeichnen, bei dem improvisatorischer Furor und avantgardistische Radikalität aufeinandertreffen. Und so kann man sich nun die Bilder nicht nur anschauen, sondern auch anhören!

Tom Gsteiger

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