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Drehbesuch: Die neue «Wilder»-Staffel wird selbstbewusster und brutaler

Die neuen Folgen der SRF-Serie «Wilder» sind von einem wahren Kriminalfall inspiriert. Hauptdarstellerin Sarah Spale verspricht Hochspannung und viel Mystik. Ein Besuch bei den Dreharbeiten in einer alten Sägerei im Jura.
Lory Roebuck
Setbesuch beim Dreh zur zweiten Staffel der SRF-Erfolgsserie "Wilder". Gedreht wurde in der Sägerei der Corbat-Holding SA in Vendlincourt JU. Im Bild: Die Hauptdarstellerin Sarah Spale als Ermittlerin Rosa Wilder.
5 Bilder

Drehbesuch bei der SRF-Serie «Wilder»»

Keine Spur von Schnee – doch kalt ist es trotzdem. Eiskalt. Ein bisschen liegt das am Wind, der an diesem Tag durch das jurassische Dorf Vendlincourt bläst. Viel mehr aber an der eisigen Stimme von Schauspielerin Sarah Spale. «Git’s Problem?», sagt sie, als sie eine aufgebrachte Gruppe von rund zwei Dutzend Männern konfrontiert. Der Satz klingt nicht wie eine Frage, sondern wie eine Ermahnung. Wir befinden uns in einer alten Sägerei, wo gerade eine Schlüsselszene aus der kommenden zweiten Staffel der SRF-Krimiserie «Wilder» gedreht wird. Spale schlüpft darin für einen brandneuen Fall erneut in die Rolle der Ermittlerin Rosa Wilder.

Seit den Ereignissen in Staffel 1, als Rosa den rätselhaften Mord an einem befreundeten Künstler im verschneiten Bergdorf Oberwies aufklären musste, sind rund drei Jahre vergangen. Rosa ist gerade zurück aus den USA, wo sie sich zur Profilerin hat ausbilden lassen, wie uns die Darstellerin während einer Drehpause verrät. «Sie tritt nun viel selbstbewusster auf und hat ein bisschen das Gefühl, sie sei etwas Besonderes.» Als Rosa erstmals am Tatort ankomme, ignoriere sie die anderen Polizisten, sagt Spale. «Sie lebt ihre einzelgängerische Art jetzt noch stärker aus als zuvor. Denn sie glaubt, dass sie alles besser weiss.»

DNA-Test in einer alten Sägerei

Dass das nicht allen passt, sehen wir im weiteren Verlauf der Szene, die während unseres Besuchs gedreht wird. Rosa ermittelt dieses Mal gleich in einem Dreifachmord, der sich kurz nach dem grossen Jubiläumsfest der alten Sägerei in unmittelbarer Nähe ereignet hat. Nun müssen sämtliche Mitarbeiter der Sägerei antraben, um für einen DNA-Test Speichelproben abzugeben. Einer von ihnen, gespielt von Pascal Ulli, schnauzt die Ermittlerin an: «Hie wärde ehrlichi, hart arbeitendi Lüt verdächtiget!» Die anderen Arbeiter pflichten ihm lauthals bei. «I versueche numme üssi Mitarbeiter z’schütze», sagt der Mann weiter, worauf Rosa Wilder entgegnet: «Und i wott de Fall löse.»

Dieser Fall, der sich wieder horizontal über sechs Folgen ausbreiten wird, sei von einem echten Kriminalfall im französischen Annecy inspiriert, verrät uns «Wilder»-Hauptautor Béla Batthyany. 2012 wurden dort auf einem Waldparkplatz vier Menschen erschossen aufgefunden – ein Velofahrer und drei Auto-Insassen. Der Fall wurde bis heute nicht restlos aufgeklärt. Batthyany verspricht aber, dass am Ende der neuen «Wilder»-Folgen alles aufgeklärt wird. «Wir haben schliesslich Rosa!», sagt der Autor und lacht.

No-Billag-Initiative bedrohte Produktion

Dass Rosa Wilder auf unseren Fernsehbildschirmen überhaupt wieder ermitteln kann, stand indes auf der Kippe. Die im November 2016 ausgestrahlte erste Staffel löste zwar bei Publikum und Kritikern Begeisterungsstürme aus und erreichte einen guten Marktanteil von rund 40 Prozent. Doch wäre im darauffolgenden März die No-Billag-Initiative angenommen worden, hätte SRF die Produktion weiterer «Wilder»-Folgen sofort einstellen müssen.

Umso dankbarer sind nun die Beteiligten, dass es weitergeht. «Das fühlt sich wie eine Bestätigung unserer Arbeit an», sagt Marcus Signer, der in Staffel 2 als Bundeskriminalbeamter Manfred Kägi wieder Rosa Wilder zur Seite stehen wird.

«Dass das Publikum mehr von ‹Wilder› sehen wollte, ist eine pure Freude.»

Spielten die alten Folgen noch in Rosas Heimatdorf, wird die neue zweite Staffel vermehrt Kägis Familiensituation unter die Lupe nehmen. Im (fiktionalen) Dorf Thallingen, wo sich der Dreifachmord ereignet hat, lebt nämlich Kägis Schwester. «Kägi hat keine Beziehung zu ihr, er ist ein schlechter Brüetsch», sagt Signer. «Sie hat einen erwachsenen Sohn, der seinen lange abwesenden Onkel nun kennen lernen will. Kägi wird in die Pflicht genommen.»

Keine einfache Angelegenheit, zumal Kägi beruflich offenbar immer noch aneckt. «Er konnte wieder einmal seinen Mund nicht halten und wurde suspendiert», lässt der Darsteller durchblicken, «also kommt er auf eigene Faust ins Dorf, um zu ermitteln.» Signer lacht: «Das ist natürlich keine gute Ausgangslage!»

Neben Signer, Sarah Spale und Autor Béla Batthyany ist auch Regisseur Pierre Monard für die neuen Folgen zurückgekehrt. «Das ist sehr wichtig, um unser Qualitätsniveau zu halten», findet Signer, «wir vertrauen uns und haben eine gemeinsame Sprache.»

Die neuen Gesichter

Trotzdem wird es bei «Wilder» auch ein paar neue Gesichter zu sehen geben. Jenes von Ueli Jäggi beispielsweise, er spielt Charles Mulliger, den Patron der Sägerei. «Er ist eine Autoritätsfigur und geniesst im Dorf grossen Respekt», sagt Jäggi. «Als er von den DNA-Proben in seiner Sägerei erfährt, will er dort zum Rechten sehen.» Die grösste neue Rolle übernimmt Manuela Biedermann, die als Dorfpolizistin Susan Walter Rosa Wilder bei den Ermittlungen unterstützt. Konkurrentinnen? Keineswegs, sagt die Darstellerin: «Rosa und Susan merken schnell, dass sie sich gut ergänzen.» Rosa habe mehr Erfahrung, Susan dafür ein Gespür für die verschlossene Dorfgemeinschaft.

Klar ist: Auch die neuen Folgen von «Wilder» tauchen wieder in eine abgeschiedene Welt voller dunkler Geheimnisse ab. Bloss liegen diese nicht mehr unter einer dicken Schneeschicht verborgen.

«Wir wollten uns nicht wiederholen», sagt Batthyany. «Unsere Farben sind nun viel herbstlicher. Statt Schnee haben wir Holz und Laub – und sehr viel Nebel.» Das perfekte Setting für einen Krimi: «Der Jura bringt eine ganz besondere Stimmung mit, eine Mystik», schwärmt Sarah Spale. Das passe gut zu den knorzigen Figuren und verknorzten Beziehungen bei «Wilder». Marcus Signer pflichtet ihr bei: «Wind, Regen, Stürme: Das wird richtig aufregend!» Worauf können sich die Fans der Serie freuen, wollen wir vom Darstellerduo am Ende unseres Besuchs noch wissen. Ihre Antwort: «Auf wunderschöne Bilder – und auf noch mehr Spannung als in Staffel 1!»

Einziger Wermutstropfen: Auf die neue Staffel von «Wilder» wird man sich noch lange gedulden müssen. Ausgestrahlt werden die sechs neuen Folgen auf SRF erst ab Januar 2020.

Darum ist «Wilder» so beliebt

Die Erzählart: Ein Fall erstreckt sich über sechs fortlaufende Folgen. So wird eine ungeheure Spannung aufgebaut, die hohes Suchtpotenzial auslösen kann.
Die Darsteller: Sarah Spale und Marcus Signer spielen ihre Figuren samt Ecken und Kanten. Ihre Gesichter erzählen manchmal mehr als ihre Worte.
Die Atmosphäre: Die erste Staffel (November 2016) spielte in einem verschneiten Bergdorf. Die unterkühlte Atmosphäre erinnerte an die beliebten nordischen Krimis.
Der Stolz: Endlich eine Schweizer Serie auf internationalem Niveau! «Wilder» braucht den Vergleich mit Netflix und Co. nicht zu scheuen.

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