Dreckiger Blues macht das Rennen

Elio Ricca heissen die Gewinner des 9. Ostschweizer Bandwettbewerbs «bandXost». Am Finalabend am Samstag in der Grabenhalle zeigte das St. Galler Duo den letzten und überzeugendsten Auftritt.

Roger Berhalter
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Schlagzeug, Gitarre, fertig: Elio Ricca machen puristischen Rock. (Bild: pd/Noemi Müller)

Schlagzeug, Gitarre, fertig: Elio Ricca machen puristischen Rock. (Bild: pd/Noemi Müller)

Am Schluss des Abends ist der Fall erstaunlich klar. Elio Ricca, das Duo aus St. Gallen, überzeugt die Jury des «bandXost»-Wettbewerbs mit einem kompakten Kurzauftritt. Elio Ricca fräst mit der Gitarre dreckige Blues-Riffs in den Saal, sein Bandkollege Philip Meienhofer drischt dazu auf die Drums. Sie durchbrechen ruhige Passagen mit Störgeräuschen, machen laute Refrains mit Rückkopplung noch lauter. Gegenseitig treiben sich die zwei Musiker voran durch ausgeklügelte Arrangements.

Auf dem richtigen Weg

Nicht zuletzt dieses intensive Zusammenspiel gibt schliesslich den Ausschlag. Elio Ricca legen an diesem Samstagabend in der Grabenhalle nicht nur den letzten, sondern auch den überzeugendsten Auftritt hin. Verdattert nehmen sie vor jubelndem Publikum den ersten Preis in Empfang. Dank «bandXost» gehen die beiden nun für eine EP ins Studio, und sie spielen nächsten Sommer fix am Appenzeller Clanx-Festival. «Dass wir gewonnen haben, ist für uns die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Gitarrist Elio Ricca nach dem Auftritt hinter der Bühne. Nun wolle man dranbleiben und vor allem: auftreten.

Acht Bands, ein Abend

Der Finalabend von «bandXost» ist – wie bei Bandwettbewerben fast unvermeidlich – eine äusserst eklektische Veranstaltung. Ein sympathisches musikalisches Chrüsimüsi, in dem der Hip-Hopper (D.A.R.I.O) ebenso Platz findet wie die Spass-Punk-Rocker (Infected?), die Heavy-Metaller im Iron-Maiden-Jeans-Gilet (Red Eyes), die fingerschnippende A-Cappella-Gruppe (Invivas) und das introvertierte Indierock-Duo (Hopes&Venom). Letztere landen mit ihren wuchtigen Klangwänden voller Gitarreneffekte auf dem zweiten Platz, die Heavy-Metaller von Red Eyes erreichen mit einem schnörkellosen, echten Auftritt Rang drei.

Das musikalische Niveau ist durchgehend hoch, von Nachwuchsbands mag man hier nicht mehr reden. Eher von neuen Formationen, von denen man hoffentlich noch hören wird. Das gilt auch für die Gewinner Elio Ricca. Erst seit einem Jahr gibt es das Duo, bis jetzt können sie keine «richtige» Aufnahme vorweisen, und live waren sie noch kaum zu hören. Das dürfte sich dank «bandXost» nun ändern.

Es geht nicht nur um Klicks

Erfreulich an diesem Wettbewerb: Es geht um die Musik, nicht um Klicks und Likes. Wer gewinnt, entscheidet die Jury allein, und die Musiker spielen nicht nur um Geld und Studiozeit, sondern erhalten auch Tips von Profis aus der regionalen Szene. Die Jury hält sich zudem angenehm zurück, bewertet die Auftritte hinter verschlossener Tür, nicht vor Publikum.

Wie weiter? Das «bandXost» feiert 2015 sein zehnjähriges Bestehen, und auch Elio Ricca wissen schon, was folgt: «Wir haben alles gegeben und in letzter Zeit soviel geprobt– jetzt machen wir erstmal eine kleine Pause.»