Dramatisch und romantisch

«Titanic», das diesjährige Musical der Walensee-Bühne, hat alles, um erfolgreich zu sein: Vor prächtiger Kulisse eine spannende Geschichte, ein herzhaft spielendes Live-Orchester, packende Melodien und ausdrucksvolle Darsteller.

Alexandra Gächter
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Die 40 Meter lange Walensee-«Titanic» lässt sich durch Schiebetüren öffnen und auf mehreren Ebenen bespielen. (Bilder: swiss-image/Andy Mettler)

Die 40 Meter lange Walensee-«Titanic» lässt sich durch Schiebetüren öffnen und auf mehreren Ebenen bespielen. (Bilder: swiss-image/Andy Mettler)

WALENSTADT. Am Mittwochabend ist die «Titanic» für die Premierengäste erstmals in See gestochen. Zu kaum einer anderen Produktion passt der Walensee besser zur Kulisse als zu «Titanic – das Musical». Dass man ihn je nach Sitzplatz hinter dem grossen Schiff kaum sieht, vergisst man ob dem eindrücklichen Bühnenbild. 40 Meter lang und 14 Meter hoch ist die Walensee-«Titanic». Durch Schiebetüren lässt sie sich öffnen.

Im Innern befinden sich das bespielbare Unter-, Mittel-, Ober- und das Bootsdeck. Die Decks lassen sich drehen; so findet ein Kohleraum ebenso Platz wie das Funkzimmer oder die Kommandobrücke des Kapitäns. Auch der Eisberg wird Teil des Bühnenbildes. Nach der Kollision wird mit Spezialeffekten das Sinken des Schiffes angedeutet.

Nicht identisch mit Film

Wer «Titanic» hört, denkt vor allem an den Kinoerfolg von 1997. Was wenige wissen: Die Premiere von «Titanic – das Musical» hat bereits vorher am Broadway stattgefunden. Die Geschichte der Walensee-«Titanic» lehnt sich an dieses Musical; erzählt wird die Geschichte des irischen Liebespaares Kate McGowan und Jim Farell. Gerrit Hericks besticht dabei als Jim Farell bereits bei der ersten grösseren Gesangs- und Tanzeinlage mit seiner Präsenz. Die auf der Walenseebühne bestens bekannte Eveline Suter gibt mit kernigem Spiel und kräftiger Stimme der Kate McGowan ein Gesicht. Durch ihre gefühlvoll gesungenen Pianissimi verleiht sie der toughen Kate ebenso eine emotionale Seite.

Klar wie ein Glockenschlag

Weitere Geschichten sind in die Handlung verflochten. Eine Passagierin der zweiten Klasse träumt von einem Leben in der Oberschicht, der Besitzer der «Titanic» von der schnellsten Überfahrt, der Heizer möchte seine Geliebte bald wieder sehen, und ein Millionärspaar will lieber sterben als sich trennen. Konstrukteur Thomas Andrews mahnt während der Fahrt zur Vorsicht, versinkt erst in seiner Verzweiflung und dann im Eismeer.

Der Gamser Patric Scott, der bei jeder Produktion der Walenseebühne dabei gewesen ist, spielt den Ausgucker Frederick Fleet. Zuoberst auf der «Titanic» singt er seinen Solopart. Seine Stimme ist dabei so klar wie der Glockenschlag, mit dem er die Besatzung vor dem Eisberg warnt. Weiter darf sich das Publikum über das Spiel und über temperamentvolle Tänze von Julia Hagne aus Grabs erfreuen. Sie gehört ebenfalls dem Profi-Ensemble an und schlüpft in verschiedene Rollen.

Wer selber das Gefühl erleben will, auf hoher See zu sein, kann vor oder nach der Vorstellung einen Blick in den Speisesaal werfen. Kronleuchter, Möwen und die Aussicht auf den Walensee lassen einen auf der «Titanic» wähnen.

Vorstellungen bis 29. August www.walenseebuehne.ch

Liebe auf der Titanic: Szene mit Eveline Suter und Gerrit Hericks. (Bild: Andy Mettler (swiss-image.ch))

Liebe auf der Titanic: Szene mit Eveline Suter und Gerrit Hericks. (Bild: Andy Mettler (swiss-image.ch))

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