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Kino: Dracula und seine Monster machen eine Kreuzfahrt

Auch ein Vampir braucht mal Ferien. Also geht Dracula, Star der Animations-Filmreihe «Hotel Transylvania», in Teil 3 mit Familie und Freunden auf grosse Reise. Doch seine Ferienliebe könnte ihm und der Monsterschar zum Verhängnis werden.
Patrick T. Neumann (DPA)
Dracula (Mitte) und seine Entourage bieten im dritten Teil der Reihe durchaus auch Neues. (Bild: Sony Pictures)

Dracula (Mitte) und seine Entourage bieten im dritten Teil der Reihe durchaus auch Neues. (Bild: Sony Pictures)

Wenn ein Film funktioniert, gibt es oft eine Fortsetzung – ein altbewährtes Kinoprinzip. Doch nicht immer sind solche Sequels sehenswert; gerne werden darin die Gags des Originals aufgewärmt, wird die Ursprungsidee totgeritten.

Die Gefahr besteht, dass dies auch beim dritten Teil des Animationsfilms so sein könnte: Die originellen Figuren – menschenliebende Vampire, vom Nachwuchs gestresste Werwolfeltern – sind durch die beiden Vorgängerfilme sattsam bekannt. Viele Witze sind bereits gerissen, sei es auf Kosten der schlecht bandagierten Mumie oder der Unsichtbarkeit des Unsichtbaren. «Hotel Transylvania 3» könnte also leicht ein lauer Abklatsch sein. Das ist er aber zum Glück nicht.

Kreuzfahrt zur versunkenen Insel Atlantis

Regisseur Genndy Tartakovsky hat sich für sein drittes Monster-Abenteuer durchaus Neues einfallen lassen. Dafür schickt er die gesamte Monsterschar auf eine Kreuzfahrt zur sagenumwobenen versunkenen Insel Atlantis. Vor allem Graf Dracula, der eifrige Hotelbesitzer und fürsorgliche Familienpatriarch, hat diesen Urlaub bitter nötig, denn die Einsamkeit nagt an ihm. Hals über Kopf verliebt er sich auch gleich in die bezaubernde Kreuzfahrtkapitänin Ericka. Doch die hütet ein dunkles Geheimnis, das die gesamte Monsterschar ins Verderben stürzen könnte.

Für Spannung ist gesorgt, aber auch für zahlreiche nette Gags: Frankensteins Monster, kurz Frank, verliert zwar nicht seinen Kopf, dafür aber andere Körperteile beim Poker; die Werwolfeltern entdecken für ihr Nachwuchsrudel den «Kids Club» und geniessen fortan den Urlaub beim Bälle-Hol-Spiel; Atlantis taucht als Vergnügungsinsel im Stile «Ibiza meets Atlantic City» aus den Fluten auf.

Bei den Figuren setzen die Animationsstudios von Sony zwar grösstenteils auf die altbekannten Charaktere, dennoch gibt es auch hier hübsche Überraschungen. So taucht erstmals der legendäre Vampirjäger Professor van Helsing als ulkig-böse Verkörperung des menschlichen Monsterhasses auf.

Am Ende gewinnt die Lebensfreude

Herrlich stoische Fische auf zwei Füssen stellen die Schiffs-Crew. Für erwachsene Zuschauer gibt es ein Wiedersehen mit den kultigen Gremlins. Und manchmal ist ein Volleyball eben mehr als nur ein Volleyball. Am Ende entscheidet sich das Los der liebenswerten Monstergemeinschaft in einem DJ-Battle: böser Weltuntergangs-Techno gegen Feel-Good-Pop vergangener Jahrzehnte. Die Botschaft in der konfliktreichen Gegenwart ist ganz klar: Egomanische Selbstsucht zerstört, Zusammenhalt und Lebensfreude gewinnen.

Das Ganze wird am Ende zwar recht dick aufgetragen und wirkt auch reichlich banal, aber dafür ist es eben auch ein Kinderfilm. Und so klingt angesichts von Internet-Hetze, Intoleranz und zunehmender nationaler Abschottung in der Realität ausserhalb des Kinosaals die Moral des Films durchaus nach. Ob Mensch oder Monster, ob Haut oder Fell, ob Klaue oder Hand: Wir sind doch alle nur Kreaturen dieser Welt.

«Hotel Transylvania 3» startet am Donnerstag 19.7. in unseren Kinos.

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