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TV-Serie «Doctor Who»: Erstmals reist eine Frau durch die Zeit

Die Handlung macht nicht immer Sinn. Trotzdem gehört die Science-Fiction-Serie «Doctor Who» in England seit über 50 Jahren zum TV-Kulturgut. In der neuen Staffel spielt eine Frau die Hauptrolle.
Gabriel Felder

«Rücken Sie das Sofa weg von der Wand, sodass sich die Eltern dahinter verstecken können», rät Doctor-Who-Autor und -Produzent Chris Chibnall zur Lancierung der neuen Staffel: «Es sind ein paar gruselige Szenen zu erwarten.» Seit 1963 flimmert Doctor Who über britische und zunehmend auch internationale Bildschirme – eine Ewigkeit im schnelllebigen Fernsehgeschäft.

Das Programm hat sich allerdings immer noch nicht entscheiden können, in welches Genre es fallen will: Komödie, Action, Horror – von allem gibt’s in Doctor Who ein bisschen. Die Fans stört das kaum: «Jede Episode ist ein Abenteuer», schwärmt Experte und TV-Kritiker Rob Wallis. «Ich sehe das Programm als wundervolles Stärkungsmittel. Man schöpft Kraft.»

Der Doctor reinkarniert sich

Diese Kraft braucht der Doctor selber im Höchstmass. Als Ausserirdischer schlüpft er in immer wieder in eine menschliche Form und reitet in einer blauen Telefonkabine durchs Universum. Feinde gibt’s zuhauf: Ein Heer von düsteren Robotern zum Beispiel sabotiert den «Time Lord» und dessen Weltverbesserungs-Mission wo es nur geht. Oft geht der Doctor an seine Grenzen und wird in seinen epischen Gefechten dermassen geschwächt, dass er sich in einer neuen Gestalt inkarnieren muss. Der perfekte Vorwand, einen frischen Schauspieler ins Feld zu schicken. Für die neuste Staffel, die letzten Sonntag mit Pauken und Trompeten ihre Premiere feierte, ändert der Doctor nicht nur seine Erscheinung, sondern auch gleich sein Geschlecht: In Neugeburt Nummer 13 kommt er in weiblicher Form zur Welt, als «Die Frau, die auf die Erde fiel», wie die Episode hiess.

Die historische Rolle der ersten Frau Doctor fiel der 36-jährigen Schauspielern Jodie Whittaker zu. Nach streng geheimen Auditionen durfte sie ihr Schweigen im Anschluss an den Wimbledon-Final der Männer und damit vor einem Millionenpublikum brechen: In der Welt von Doctor Who wird nichts dem Zufall überlassen. «Es ist mehr als nur eine Ehre, den Doktor zu spielen», schwärmte Whittaker und versprach, der Figur ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. «Wir sind uns an diese gestählten Superhelden gewöhnt», erklärte sie in einem Zeitschriften-Interview, «aber Doctor Who passte nie in dieses Klischee.» Sie beschreibt den Charakter als «ausgesprochen zugänglich», und vor allem für Kinder sei es wichtig zu wissen, «dass Helden in Film und Fernsehen nicht immer gleich aussehen müssen». Puritaner rümpften indessen die Nase und sahen, nicht ganz ohne Pathos, das «kulturelle Erbe einer TV-Institution bedroht», wie ein Twitter-Kommentator wetterte. Man kann Doctor Who allerdings auch als TV-Urgestein betrachten und die Mehrheit der «Whovians», wie sich die Fans nennen, applaudierte den frischen Wind. Auch das Echo in den Medien war vornehmlich positiv: «Nach 10 Minuten vergisst man, dass das Geschlecht überhaupt je ein Diskussionspunkt war», schrieb die «Times» in ihrer Rezension. «Jodie Whittaker packt die Rolle mit sprudelnder Energie und Modernität an.»

Positives Echo in den Medien

Doctor Who besitzt trotz seines technologischen Gehabes etwas vertraut Altmodisches: Die Serie gilt als Programm für die ganze Familie und schafft etwas, das im Zeitalter von Netflix und On-Demand schon fast nostalgisch wirkt: Man versammelt sich zur Zeit der Ausstrahlung und in aufgeregter Vorfreude vor dem Fernsehapparat. «Ich wuchs mit Doctor Who auf, und als ich selber Kinder hatte, sass ich mit ihnen vor der Mattscheibe», beschreibt der 54-jährige Risikobetreuer Philip Cooper seine Faszination für die Serie. «Der Mix aus Humor und Aufregung, plus die Prise Horror, machte es unmöglich, nicht zum Fan zu werden.» Cooper kann den Beginn der neuen Staffel kaum erwarten.

«Doctor Who stellt eine Verbindung zum Kind in uns allen her», analysiert Fernsehkritiker Rob Wallis. «Im Mittelpunkt steht die Idee, dass das Weltall unser Spielplatz sein kann, wenn wir nur schlau und mutig genug sind.»

In der Schweiz kann Doctor Who auf Netflix und BBC One empfangen werden.

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