Dirigent wieder eingestellt

Das Collegium Musicum Ostschweiz hat turbulente Zeiten hinter sich. Ein neuer Vorstand will jetzt aber mit Optimismus in die Zukunft schauen. Die Abspaltung des Kammerchors Oberthurgau ist indes definitiv.

Martin Preisser
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Markus Läubli Präsident Collegium Musicum Ostschweiz (Bild: pd)

Markus Läubli Präsident Collegium Musicum Ostschweiz (Bild: pd)

ST. GALLEN. Das traditionsreiche Collegium Musicum Ostschweiz stand wegen interner Differenzen kurz vor dem Aus. Der langjährige musikalische Leiter Mario Schwarz sah sein Lebenswerk bedroht (Ausgabe vom 8. Juli). Eine ausserordentliche Hauptversammlung hat jetzt für Klärung in der verfahrenen Situation gesorgt.

Kündigungen unwirksam

Mit dem Herisauer Markus Läubli wurde ein neuer Präsident gewählt, der «mit Optimismus» in die Zukunft schaut: «Ich sehe mich vor allem als Präsident eines Vorstandes, der das musikalische Wirken von Dirigent Mario Schwarz unterstützen will», sagt Läubli, ein promovierter Chemiker und lange Sänger im Collegium Cantorum und im Kammerchor Oberthurgau, zwei von drei Säulen des bisherigen Collegium Musicum Ostschweiz. Wichtigste Kursänderungen des neuen Vorstandes: Die Kündigungen der beiden Sekretärinnen des Collegium Musicum, die der ehemalige Präsident Josef Büchelmeier, Ex-Oberbürgermeister von Friedrichshafen, ausgesprochen hatte, wurden zurückgenommen.

«Ohne das Sekretariat wäre die gesamte Infrastruktur des Collegium Musicum weggebrochen, was ein Ende der Institution bedeutet hätte», sagt der neue Präsident Markus Läubli. Die eigene Kündigung, die Dirigent Mario Schwarz im konfliktreichen ersten Halbjahr selbst eingereicht hatte, wird zurückgenommen. Der neue Vorstand hat den Musiker ab Anfang 2016 wieder eingestellt. Der Kammerchor Oberthurgau, seit 2011 unter dem Dach des Collegium Musicum Ostschweiz, wird ab 2016 aber definitiv wieder eigene Wege gehen. Er konstituiert sich aktuell als neuer Verein und präsentiert unter seinem Dirigenten Roman Walker ab Januar 2016 ein eigenes Konzertprogramm.

Da der Chor ostschweizerisch unterwegs ist, wird er sich einen neuen Namen geben. «Die Integration des Kammerchores 2011 unterm Dach des Collegium Musicum hat nicht wirklich funktioniert, die Ensembles des Collegiums sind nicht wirklich zusammengewachsen», sagt der ehemalige HSG-Professor Heinz Hauser, der die Neuausrichtung des Kammerchores Oberthurgau jetzt koordinierend begleitet.

Kleinere Brötchen

Bis Ende Jahr musizieren die Ensembles noch gemeinsam, auch zur 20. Ausgabe des traditionellen Weihnachtssingens in der St. Galler Kirche St. Laurenzen. Für 2016 werden die beiden neuen Vereine unabhängig auf Sponsorensuche gehen müssen. Beide schauen hoffnungsvoll in die Zukunft, wenngleich sowohl das Collegium Musicum wie der Kammerchor Oberthurgau kleinere Brötchen backen müssen, heisst: Konzerte mir schlankeren Besetzungen. Ein Highlight für 2016 kündigt der Kammerchor Oberthurgau bereits an: Im Juni ist er mit Rossinis «Petite Messe solennelle» zu hören.