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Max Koller – der unbekannte St.Galler Buchgestalter, den man kennen sollte

Direkt, klar und schnörkellos. So waren seine typografischen Arbeiten. Sein Kollege und Freund Jost Hochuli würdigt ihn nun mit einem schmalen Bändchen.
Christina Genova
Max Koller mit Papier und Bleistift an der Arbeit. Er sass bis zu seiner Pensionierung nie vor einem Bildschirm. (Bild PD)

Max Koller mit Papier und Bleistift an der Arbeit. Er sass bis zu seiner Pensionierung nie vor einem Bildschirm. (Bild PD)

Max Koller war kein Mann grosser Worte. Und auch seine typografischen Arbeiten sind das Gegenteil von geschwätzig. So beschreibt der Buchgestalter und Typograf Jost Hochuli seinen vor bald zwei Jahren verstorbenen Weggefährten.

Pünktlich zur Tÿpo St.Gallen, der fünften Ausgabe des Typografie-Symposiums, das dieses Wochenende stattfindet, hat Hochuli bei der Verlagsgenossenschaft St.Gallen ein schmales Bändchen von 65 Seiten über Koller veröffentlicht: «Max Koller, Typograf». Aus Hochulis Worten spürt man die grosse Wertschätzung für seinen Kollegen. Zu einer Handschriften­probe Kollers schreibt er: «Wie seine Typografie ist auch die Handschrift direkt, klar, schnörkellos.» Mit Koller verband ihn eine «Freundschaft auf ­Distanz»: Obwohl sie sich fast 60 Jahre kannten, sprachen sie kaum je über Persönliches. Beide unterrichteten Typografie an der Gewerblichen Berufsschule St.Gallen.

Ein Plakat, das Max Koller 1967 für seinen Arbeitgeber, die Firma Zollikofer gestaltete. (Bild: PD)

Ein Plakat, das Max Koller 1967 für seinen Arbeitgeber, die Firma Zollikofer gestaltete. (Bild: PD)

Während mehr als 40 Jahren war Max Koller der Hausgrafiker der Druckerei Zollikofer, welcher einst auch diese Zeitung gehörte. Einige Jahre arbeitete er dort mit Rudolf Hostettler, einem weiteren prägenden St.Galler Buchgestalter. Und ­natürlich gehört auch Hochuli selbst zu jenen Grafikern, die den Ruf St.Gallens als Buchstadt in die Welt tragen. Ihm zu Ehren haben Freundinnen und Freunde in der Kunstbibliothek Sitterwerk die Ausstellung «Aus Josts Archiv» zusammengestellt mit Materialien aus seinem Vorlass. Sie ist dort noch bis am Sonntag zu sehen.

Die meisten Drucksachen, die durch Kollers Hände gingen, sind nicht als seine Arbeiten gekennzeichnet: «Konditoren schreiben ihre Torten ja auch nicht an», sagte er einmal zu Roland Früh, dem heutigen Leiter der Kunstbibliothek. Es ging ihm um die Sache, nicht um seine Person. Kein Wunder, dass Kollers Name nur wenigen bekannt ist. Das will Hochuli ändern: «Er gehört – auch wenn sein Werk nur schmal ist – zu den profiliertesten Schweizer Buchgestaltern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts», schreibt er in der Einladung zur Buchvernissage.

Die Tradition der Buchgestaltung lebt fort

Zeitloses Gestaltung: Seite aus «Max Koller. Typograf». (Bild: PD)

Zeitloses Gestaltung: Seite aus «Max Koller. Typograf». (Bild: PD)

Für die Publikation sind einige herausragende Arbeiten abgebildet und erläutert – vor allem solche, die Koller für die eigene Firma, die Druckerei Zollikofer, ausgeführt hat: das Jahrbuch Gallusstadt, Schriftmusterbücher oder das neue Firmensignet, ein markantes rotes «Z», das er 1967 entwarf.

Das von Max Koller gestaltete Cover der «Gallusstadt »Von 1961. (Bild: PD)

Das von Max Koller gestaltete Cover der «Gallusstadt »Von 1961. (Bild: PD)

Einige frühe Bücher des Erker-Verlags tragen ebenfalls Kollers Handschrift: Einen 1970 erschienenen Katalog der Kunstsammlung Erna und Kurt Burgauers hebt Hochuli besonders hervor. Auf den Seiten sei nur das zu sehen, was die Leserinnen und Leser sehen wollten: die Bilder und deren Legenden. Hochuli schreibt:

«Kann man es einfacher, kann man es raffinierter machen?»

Die Tradition der Buchgestaltung in St.Gallen lebt fort: Unter den schönsten Schweizer Büchern 2018 sind auch zwei der jungen St.Galler Buchgestalter Samuel Bänziger, Rosario Florio und Larissa Kasper. Sie sind mit den schönsten Büchern Österreichs und Deutschlands bis am 15. November in der GBS St.Gallen zu sehen.

Buchvernissage und Führung

Buchvernissage «Max Koller, Typograf», Fr, 18 Uhr, Aula GBS St.Gallen; Finissage «Aus Josts Archiv», So, ab 10.30 Uhr, Kunstbibliothek Sitterwerk, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung.

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