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Digital Ideation: Was Studierende auf der virtuellen Spielwiese entwickeln

An der Schnittstelle von Informatik, Design und Kunst liegt die Digital Ideation. Der junge Studiengang der Hochschule Luzern präsentiert erstmals Arbeiten an der Werkschau in der Messe Luzern.
Nadine Meier
Die Bachelorarbeit von Laura Gyr (SZ, 24) macht ein Selfie der Persönlichkeit. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Die Bachelorarbeit von Laura Gyr (SZ, 24) macht ein Selfie der Persönlichkeit. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Die Bedienung ist simpel: Die User füllen am Computer einen Fragebogen aus. Simultan erscheint vor ihnen am Bildschirm eine bunte Grafik der eigenen Persönlichkeit. Die interaktive Installation «Noumenon» von Laura Gyr, ausgestellt an der Werkschau 2019 der Hochschule Luzern – Design & Kunst, erzeugt in Echtzeit ein Selfie – nicht vom Gesicht, sondern vom Charakter.

Es ist eine der 14 Abschlussarbeiten des ersten Bachelorjahrgangs in Digital Ideation an der HSLU. Der seit 2016 bestehende Studiengang ist in der Schweiz einzigartig. Auf die Idee, einen solchen umzusetzen, brachte die Hochschule ein Auslandaufenthalt des Studiengangsleiters Andres Wanner in Kanada. Der Physiker und visuelle Gestalter unterrichtete während vier Jahren in Vancouver an der School of Interactive Arts & Technology.

Zu wie viel Prozent Mann oder Frau?

Digital Ideation bedeutet übersetzt so viel wie digitale Ideenfindung und ist laut HSLU eine «zeitgenössische gestalterische Ausbildung auf dem Gebiet der Informationstechnologie». In inter- und transdisziplinären Projekten rund um Design und Informatik entwickeln die Studierenden neue Programme, schreiben Konzepte oder gestalten virtuelle Welten. Dies meist in Teams, um die jeweils mitgebrachten Fachgebiete der Grundbildung miteinander zu kombinieren.

Das Kunstwerk von Regula Perschak (ZH, 25) hinterfragt die Al­go­rithmen einer Bilderkennungssoftware. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Das Kunstwerk von Regula Perschak (ZH, 25) hinterfragt die Al­go­rithmen einer Bilderkennungssoftware. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Die Arbeiten, die an der Werkschau in der Messe Luzern gezeigt werden, bieten einen Überblick über die Inhalte des Studiums. Kritisch mit Algorithmen auseinandergesetzt hat sich etwa Regula Perschak. Ihre Installation «Bytes&Bias» hinterfragt die binäre Geschlechterzuordnung der Bilderkennungssoftware Google Cloud Vision, die das Programm automatisiert vornimmt. Die Messebesucherinnen und -besucher können dabei testen, zu wie viel Prozent sie Google der Kategorie «Mann» oder «Frau» zuordnet.

Eine App erinnert daran, sich etwas zu gönnen

Das Ästhetische mit dem Nützlichen verbinden: Nach diesem Prinzip sind der Informatiker Valentin Berger und der Designer David Gabathuler in ihrer gemeinsamen Arbeit vorgegangen. Als Abschlussprojekt haben sie die App «Taask» entwickelt. Mit der App möchten sie ihren Mitstudierenden helfen, deren Alltag effizienter zu gestalten.

Die App von Valentin Berer (SG, 25) und David Gabathuler (SG, 25) soll den studentischen Alltag erleichtern. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Die App von Valentin Berer (SG, 25) und David Gabathuler (SG, 25) soll den studentischen Alltag erleichtern. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 21. Juni 2019)

Auf «Taask» lassen sich zum einen, ganz klassisch, der Stundenplan einsehen und To-Do-Listen erstellen. Die App besitzt aber auch eine Work-Life-Balance-Funktion, die daran erinnert, sich regelmässig etwas zu gönnen, etwa ein Buch lesen. Der dritte Bereich namens «Pomodoro» ist angelehnt an die gleichnamige Zeitmanagement-Methode. Ein Wecker teilt produktive Arbeitsphasen in für den Menschen optimale 25-Minuten-Abschnitte ein und schalten fünfminütige Pausen dazwischen.

Masterstudiengang in Entwicklung

Ebenfalls an der Werkschau präsentiert Pham Nam sein Spiel «Robo Chess Arena». Darin kann man einen Schachroboter zusammenbauen und diesen anschliessend programmieren. «Das Spiel soll die Freude am Programmieren wecken», so der Absolvent. Auch solle es das logische Denken fördern und einen Einstieg in einfache Programmierkonzepte ermöglichen.

Nebst Gaming können sich die Digital-Ideation-Studierenden in weitere Fachbereiche wie User Experience oder Web und Mobile vertiefen. Typische Arbeitsbereiche für die Abgängerinnen und Abgänger sind Gameentwicklung, Informatik, Kreativindustrie und Medientechnik. Derzeit entwickelt die Hochschule Luzern zudem einen Master. Die Anmeldungen dafür starten laut der Studiengangsleitung 2020.

Von Illustration bis Film: Die Werkschau 2019 der Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Messe Luzern dauert bis am Sonntag, 30. Juni. Zum Programm

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