Dieses Festival muss nichts mehr beweisen

Zur Sache

Andreas Stock
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Vor dreizehn Jahren gehörte ich auch zu den kritischen Stimmen: Braucht es wirklich noch ein weiteres Filmfestival in der Schweiz? Nach wenigen Austragungen des Zurich Film Festival lautete die Antwort dazu bereits Ja. Und längst hat sich das ZFF seinen Platz in der Agenda der Filmfreunde in der Schweiz erobert. Nicht primär wegen der schönen Gelegenheit, in Zürich Stars wie Ewan McGregor, Hugh Grant oder Glenn Close begegnen zu können, für die man sonst nach Berlin oder London reisen müsste. Das ist zwar glamourös, aber noch interessanter ist das Programm an grossen internationalen Produktionen, die hier Premiere feiern. Denn diese werden in den kommenden Monaten stark die Kinostarts prägen – unter anderem, weil einige Filme darunter sein werden, die beim kommenden Oscar-Rennen ein Wörtchen mitreden. Unter anderem spätere Oscar-Gewinner wie «Gravity», «Spotlight» oder «La La Land» hatten wir in den letzten Jahren in Zürich entdecken dürfen.

Es gibt am ZFF während der kommenden zehn Tage aber weit mehr als grosses internationales Kino zu sehen. Die Gala-Premieren mit viel Prominenz, die in Zürich über einen grünen Teppich paradieren, sind zwar attraktiv für die Medien, machen aber nur einen kleinen Teil des Festivals aus. Das feiert die Kraft und Vielfalt des Erzählkinos insbesondere in den Wettbewerbsprogrammen: 41 Erstlingswerke sind unter den insgesamt 160 Filmen, darunter 13 Weltpremieren. Interessant aber auch der Schwerpunkt mit Filmen aus Ungarn. Wer noch weitgehend unbekannte, vielversprechende Talente entdecken will, hat dazu ausgiebig Gelegenheit. Beweisen muss das Zurich Film Festival in seinem 13. Jahr definitiv nichts mehr. Seite 13