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Dieser Bach geht unter die Haut

Die «Matthäuspassion» war einst Startschuss für Rudolf Lutz, sich der Gesamtaufführung aller Bach-Kantaten zu widmen. Jetzt hat die St.Galler Bachstiftung eine Studioaufnahme der «Matthäuspassion» veröffentlicht: Barock vom Feinsten und auf höchstem Niveau.
Martin Preisser
Im Dauereinsatz für J. S. Bach: Dirigent Rudolf Lutz. (Archivbild: Urs Bucher)

Im Dauereinsatz für J. S. Bach: Dirigent Rudolf Lutz. (Archivbild: Urs Bucher)

Diese Einspielung der «Matthäuspassion» ist eine bedeutende Markierung auf dem Weg, den Rudolf Lutz mit Bach seit Jahren geht und noch lange Jahre gehen will. Ein Zwischenhalt sozusagen, der die stetig wachsende und reifende Sicht des St. Galler Musikers aufs eindrücklichste dokumentiert. Lutz legt nicht nur eine Studioaufnahme vor, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen braucht, sondern eine Interpretation, in der man einen persönlichen Stil heraushört – klares Markenzeichen seiner Auffassung von Bach.

Lyrisch eindringlich

Die Einspielung der St. Galler Bachstiftung erlaubt intensiven, nachhaltigen Genuss und beglückende Einsicht in dieses Riesenwerk. Wunderbar, wie Rudolf Lutz über drei Stunden einen Musizierstil durchhält, der immer wieder Frischeschübe erzeugt. Kein Rezitativ, kein Choral wird da zur Routine, nichts wird einfach nur durchgesungen. Lutz' Personalstil wird schon zu Beginn erlebbar durch diesen typisch federnden Klang mit der richtigen, unforcierten Grundspannung, mit natürlich weiter- tragendem Grundimpuls. Konstant und wie schwerelos durchgehaltene lyrische Eindringlichkeit bestimmt diese Aufnahme, die jegliche Längen des Werks vergessen macht.

Wer nicht die ganze Passion am Stück hören will, könnte sie sich in feinen Portionen zu Gemüte führen: Zum Beispiel einen Satz Rezitative: In vielen Aufnahmen oft der schleppende Teil, werden sie unter Rudolf Lutz zu kleinen musiktheatralischen Intermezzi, die dem Gesamtgeschehen spezielle erzählerische Bedeutung verleihen können.

Alle möglichen Nuancen

Oder man nimmt sich ein paar Choräle: Herrlich schwebend, ohne vordergründige Schwerpunkte, mit poetischem Wogen erklingen sie (bestens disponiert der Chor der Bach-Stiftung und die Knabenkantorei Basel). Empfehlenswert könnte auch eine kleine Arien-Kompilation sein: Hier begeistern natürlich die Hauptsolisten, neben Joanne Lunn, Margot Oitzinger, Peter Harvey und Wolf Matthias Friedrich ist es vor allem Evangelist Charles Daniels, der gleich zwei Partien singt und eindeutig zum solistischen Spiritus rector des Ganzen wird. Gerade bei den Arien wird eine weitere Qualität des Bach-Bilds von Rudolf Lutz spürbar: Sein unbedingter Wille, mit dem Orchester, hierbei oft mit wunderbar singenden Bläsern, den Sologesang zu umgarnen, ihm alle nur möglichen instrumentalen Nuancen zur Seite zu stellen. Und dann natürlich die Orchesterpartien selbst: Da kommt so geballte wie subtile Erfahrung zum Blühen. Stimmführung und Klangatmosphäre voll Klarheit und Transparenz gepaart mit jener Innerlichkeit, die sich Rudolf Lutz auch durch seine letzten sechs Jahre Kantaten-Erfahrung in Trogen erarbeitet hat und die er beim Orchester der Bachstiftung in dieser ausbalancierten Passion jetzt souverän abrufen kann.

Zum Eintauchen

Einst bei tiefem Schnee auf einer Alp in den St. Galler Alpen ist das ambitionierte Bach-Projekt aller Kantaten entstanden. Mit Basler Studenten hatte Rudolf Lutz damals die «Matthäuspassion» einstudiert. Mit dabei war Konrad Hummler, für den diese Passion ebenfalls ein Startschuss war - für sein mäzenatische Engagement für Bach. Die neue «Matthäuspassion» jetzt als Aufnahme: Bach zum Eintauchen, zum Intensivieren, zum Staunen. Beglückende Hörerfahrungen gibt es praktisch auf allen der fast siebzig Nummern dieses gigantischen geistlichen Werks.

Bezug: vertrieb@bachstiftung.ch, www.bachstiftung.ch

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