Kolumne
Das Null-Stern-Bad der St.Galler Künstlerzwillinge Riklin führt statt in die Zukunft in den Keller

Frank und Patrik Riklin stellen ihre Kunst in den Dienst von Komplizen, sprich Kunden. Dafür recyclen sie sogar ihre eigenen Werke.

Christina Genova
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Rot-Weiss geplätteltes Badezimmer im Keller mit Zwillingen und Komplizen, sprich Kunden. (links David Ganz, CEO der Plättli Ganz AG; rechts Guido Koller, Fabrik am Rotbach Immobilien AG) (Bild: PD)

Rot-Weiss geplätteltes Badezimmer im Keller mit Zwillingen und Komplizen, sprich Kunden. (links David Ganz, CEO der Plättli Ganz AG; rechts Guido Koller, Fabrik am Rotbach Immobilien AG) (Bild: PD)

Vor zehn Jahren erfanden die St.Galler Künstlerzwillinge Frank und Patrik Riklin das Null-Stern-Hotel, jetzt gibt es auch ein Null-Stern-Bad. Es ist nichts anderes als ein rot-weiss geplätteltes Badezimmer und wurde letzten Mittwoch in einem privaten Keller in Bühler im Areal der Fabrik am Rotbach eingeweiht.

20 Jahre nach der Gründung ihres Ateliers für Sonderaufgaben setzen die Riklins zunehmend auf das Recycling ihrer eigenen Ideen: Das Kunstwerk ist ein Verschnitt ihres Null-Stern-Hotels, das sie in einem Bunker in Teufen eröffneten, und ihrer rot-weissen Bignik-­Decke, die sie seit 2012 im öffentlichen Raum ausbreiten.

Die Riklins haben ihr Geschäftsmodell perfektioniert: Kunden heissen Komplizen, in diesem Fall ist es folgerichtig die Firma Plättli Ganz. Mit dem Kunstwerk setze man «ein Statement für einen kollektiven Aufbruch in die Zukunft», lässt sich der CEO zitieren. Ob ein Badezimmer im feuchtkühlen Keller das richtige Aushängeschild dafür ist? Auch als Symbol für ein «selbstbewusstes Selbstverständnis einer gemeinsamen Ostschweiz ohne Grenzen», ist es wohl nur bedingt geeignet.