Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Werkschau Thurgau und der Plan B

Zehn Kunstpositionen sind fast zeitgleich zur dritten Werkschau Thurgau als «inspirierender Stop-over» zu sehen. Warum?
Dieter Langhart
Werkschau Thurgau 2016, KVA Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Werkschau Thurgau 2016, KVA Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Nur etwa eine von drei Bewerbungen für die dritte Austragung der Werkschau Thurgau ist berücksich01tigt worden. Sie ist eine umfassende Ausstellung in vier Kunsträumen und bietet professionellen Kunstschaffenden mit Thurgaubezug eine Plattform. Die Werkschau ist juriert und kuratiert.

Zehn Kunstschaffende aus dem Thurgau haben sich spontan entschieden, parallel dazu einen «Plan B» auf die Beine zu stellen: Giancarlo Bolzan, Martin Bohrer, Mark J. Huber, Thomas Reck, Markus Reich, Stefan Rutishauser, Bernhard Schiesser, Thomas Stadler, Eva Stucki und Catherine Zundel. Im Hafen Romanshorn zeigen sie, was sie drauf haben. Sie bezeichnen die Schau als «inspirierenden Stop-over» zwischen den Werkschau-Orten Kunstraum Kreuzlingen und Kunsthalle Arbon.

In der Zehnerrunde ist von «schalem Beigeschmack» die Rede, wenn man sehe, dass einige Künstler bereits zum zweiten oder dritten Mal an der Werkschau Thurgau teilnehmen. Hinterfragt wird die Zusammensetzung der Jury, die sich nicht in die Karten schauen lasse und Absagen mit einem Standardbrief verkünde; vermutet wird eine «undurchsichtige Klientel-Politik».

Wir haben Gioia Dal Molin gefragt, Beauftragte der ausrichtenden Kulturstiftung Thurgau und Präsidentin der Jury.

Jury mit Externen und den beteiligten Kuratoren

Das wichtigste Kriterium für die Jury sei die künstlerische Qualität, sagt Gioia Dal Molin. Die gelte es auszuhandeln:

«Wir diskutieren hart, die Ansichten divergieren oft, Kunst ist nicht einfach Geschmacksache.»

Der Jury gehören neben Kunstexperten auch die Mitglieder des Stiftungsrates an und neu zwei Fachleute von ausserhalb des Kantons. Die fehlende Aussensicht war bei der zweiten Werkschau 2016 kritisiert worden.

Die Dossiers werden mehrmals studiert, bevor entschieden wird, wer an der Werkschau teilnimmt; die Jury entscheidet mit einfachem Mehr. «Absagen werden nicht begründet, aber ein Künstler darf gern das Gespräch mit uns suchen.» Zudem liegen alle eingereichten Dossiers während der Werkschau im Büro der Kulturstiftung auf.

Die Juroren – unter ihnen sind auch die Kuratoren der vier beteiligten Kunsträume – besuchen dann die ausgewählten Künstler in ihren Ateliers und besprechen sich mit ihnen, denn es geht auch darum, die für jeden Ort geeigneten Werke auszuwählen. Ein Vorteil gegenüber dem «Heimspiel» etwa, wo die Künstler den Austragungsorten zugewiesen werden.

Wie weit wird der Thurgaubezug ausgelegt? Gioia Dal Molin sagt:

«Der Geburts- oder Bürgerort reicht nicht, man muss länger im Thurgau gelebt oder gearbeitet haben.»

Eine Realität für manche: «Wir haben hier keine Kunsthochschule, einige unserer Künstler wollen oder müssen auswandern.»

Sie findet die Ausstellung «Plan B» eine gute Sache, eine tolle Initiative als Ergänzung zur Werkschau. «Just das will auch die Kulturstiftung Thurgau: gute Sachen anstossen. Wir freuen uns stets über Diskussionen.»

Werkschau Thurgau: 27. Oktober bis 17. November. Partner und Ausstellungsorte sind vier Kunsträume: die Kunsthalle Arbon, das Kunstmuseum Thurgau, der Kunstraum Kreuzlingen und der Shed im Eisenwerk Frauenfeld.
Plan B: 2. bis 24. November, Hafen Romanshorn.
www.werkschautg.ch www.plan-be.info

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.