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Die Unendlichkeit eines Schachtdeckels

Der St. Galler Künstler Peter Dew zeigt mit «round and round and round again» im Architekturforum Ostschweiz seine neusten Arbeiten, die sich buchstäblich im Kreis drehen. Dew ist ein Beobachter von Formen des Zufalls.
Philipp Bürkler
Der Brite Peter Dew hat ein Auge für das Aussergewöhnliche. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 29.8.2018))

Der Brite Peter Dew hat ein Auge für das Aussergewöhnliche. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 29.8.2018))

Peter Dew ist ein Entdecker: Er sieht Formen und Zusammenhänge, die manch anderer leicht übersehen würde. Für eine seiner neusten Arbeiten, «One and the Same», die er ab heute im Architekturforum Ostschweiz zeigt, haben es ihm vor allem Zwillingskreise angetan. Es sind Kreise, die jeweils so nahe zusammen liegen, dass ihre Form fast eine Acht ergibt. Dew entdeckt diese Formen, die er fotografiert, auf Strassen, Plätzen, in seinem Badezimmer oder in der eigenen Badewanne.

Da ist beispielsweise die Nahaufnahme von trockenem Asphalt, auf dem zwei Schneebälle geschmolzen sind. Auf einem anderen Foto baden zwei Menschen, die Wasserringe um die Badenden erinnern wiederum an die Acht und den Kreis. Oder die zwei nahe aneinanderliegenden Schachtdeckel, deren Verbindung wiederum zwei Kreise und eine Acht ergeben.

Zwischen Permanenz und Zufall

Die Form der geschmolzenen Schneebälle existiert einige Sekunden, bis sie vom Wind getrocknet ist; die Schachtdeckel überdauern womöglich Jahre, da sie fix in den Boden gegossen sind. Die Faszination sei es, dass gleiche Symbole und Formen überall zu finden sind, in der Natur genauso wie bei von Menschen gemachten Objekten. «Es ist lustig, wie oft sich Formen wiederholen», sagt Dew. Die Acht sei ausserdem das Symbol der Unendlichkeit, was ebenfalls Raum lasse für Interpretationen und Gedanken.

Die Dimensionen Zeit und Raum sind zentral in Dews Arbeiten. In einer weiteren Fotocollagenserie setzt der bei Brighton in Südengland aufgewachsene und seit mehr als 20 Jahren in St. Gallen lebende Dew Holz und Uhren in einen Kontext. Es sind Fotos von zerschnittenem Holz, auf dem die Jahresringe zu sehen sind. Dew klebt die Holzfotos, die aus einer Nahaufnahme einer Holztoilette stammen, collagenartig über Uhrenwerbungen aus Magazinen. «Eine Werbung stammt aus einem Bordmagazin eines Flugzeuges», verrät Dew. Ein anderer Holzschnitt erinnere ihn stark an «Grossvateruhren aus Porzellan aus dem 18. Jahrhundert». Dew zeigt in seiner Ausstellung ausserdem ein Minikunstwerk bestehend aus einem winzigen Gipskügelchen, das Besucherinnen und Besucher wohl ohne Navigation des Künstlers übersehen würden.

Vernissage: Peter Dew «round and round and round again», Architekturforum Ostschweiz, Do, 30.8. 18.30 Uhr

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