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Die Toggenburger Hausorgel steht bei ihnen im Zentrum:
Die «Windblässler» sind ein Geheimtipp geworden

Seit zehn Jahren macht sich der Verein Windbläss um die Pflege dieses zentralen Instruments heimischer Musik verdient. Hinter dem eigenwilligen Vereinsnamen verbergen sich gewichtige Talente.
Peter Küpfer
Jost Kirchgraber, Heidi Preisig, und Martin Meier vom Verein Windbläss mit schmucker Orgel. (Bild: Benjamin Manser)

Jost Kirchgraber, Heidi Preisig, und Martin Meier vom Verein Windbläss mit schmucker Orgel. (Bild: Benjamin Manser)

Ihre Glanzzeit hatte die Toggenburger Hausorgel im 18. Jahrhundert. Sie spielte im damaligen religiösen Leben und bei volkstümlichen Festlichkeiten eine wichtige Rolle. «Da denkt man immer, das Toggenburg sei eine mausarme Region gewesen», sagt Jost Kirchgraber, Mitbegründer und Vorstandsmitglied von «Windbläss». Das stimme nur teilweise: Die damalige Verbreitung der Hausorgel zeuge von einem gewissen Wohlstand, auch in bäuerlichen Kreisen.

Jost Kirchgraber hat bei seinen Forschungsarbeiten zu seinem grundlegenden Buch über das bäuerliche Toggenburger Haus und seine Kultur manche Zeugnisse über die Existenz von Hausorgeln angetroffen, nicht immer in gepflegtem Zustand. Heute ist das Interesse an der Hausorgel und das Bewusstsein ihres Wertes gewachsen. Das ist auch das Verdienst von «Windbläss», einem Verein von passionierten Musikern und ausgewiesenen Fachpersonen. Er hat sich die Pflege und die aktive Lebenserhaltung der Toggenburger Hausorgel auf die Fahne geschrieben. Dieses Jahr feiert der initiative Wirkkreis sein 10-jähriges Bestehen.

Engagement und Offenheit

Angefangen haben die initiativen Gründungsmitglieder vor zehn Jahren mit Konzerten in der stimmungsvollen Webstube Bühl oberhalb Nesslau. Sie führten damit einem breiteren Publikum vor Augen und Ohren, wie die Toggenburger Hausorgel im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten klingt. Die «Windblässe» wollen die Hausorgel nicht als Museumsstück behandeln, sondern in Bezug setzen zu heutigen musikalischen Möglichkeiten und zu anderen Instrumenten. Die Konzerte von «Windbläss» auf dem Bühl – einige davon finden heute auch im bequemer zugänglichen Ackerhus in Ebnat-Kappel statt – sind inzwischen zum Geheimtipp geworden.

Vor drei Jahren wurde «Windbläss» für seine Verdienste der Förderpreis der St. Gallischen Kulturstiftung zugesprochen. Zu den überraschungsreichen Konzerten von «Windbläss» passt auch sein Name, eine eigene Legende. «Windbläss» ist zunächst der Name für eine Alp im Speergebiet, von Toggenburger Höhen aus zu sehen. Die «Windblässler» sehen in ihrem Namen aber auch feine Anspielungen auf ihr Instrument und dessen Musik. Ohne Wind erklingt keine Orgel. Und der Bläss darf auch immer mit dabeisein: Der wachsame Sennenhund macht sich ja bekannterweise oft deutlich vernehmbar, wenn es sein muss auch einmal schrill. «Uns freut», sagt Markus Meier, «dass wir sowohl intern als auch bei unseren Anlässen ein gutes Generationengemisch feststellen.»

Kompetenzzentrum Windbläss :

Dabei ist «Windbläss» weit mehr als eine Art Konzertagentur mit eigenem Hausensemble, zu dem auch Orgellegende und Mitbegründer Wolfgang Sieber gehört. «Windbläss» forscht unter anderem der Geschichte der Hausorgel nach, berät Liebhaber und fördert das Wissen um das Instrument. «Wir sind tatsächlich ein Kompetenzzentrum geworden», sagt Heidi Preisig-Bollhalder. Auch die Betreuung der sieben Instrumente, die allein im Ackerhus vorhanden sind, haben sie sich zur Aufgabe gemacht. «Mir gefällt, dass unsere Arbeit so vielfältig ist», fügt die initiative Organistin und Kirchenmusikerin hinzu, welche sich das anspruchsvolle Spiel auf der Hausorgel perfekt angeeignet hat.

Die Verleihung des Förderpreises war für die Initianten ein willkommenes Zeichen öffentlicher Wertschätzung. «Mit der damit verbundenen finanziellen Unterstützung ist es uns möglich, die Forschung zur Entstehung und Geschichte der Hausorgel noch zielgerichteter zu betreiben», sagt Jost Kirchgraber. «Vieles ist da noch zu tun,» ergänzt Markus Meier. Zum Beispiel, woher die Orgelbauer ihr erstaunliches technisches Wissen bezogen. Geplant ist, die inzwischen immer reicher anfallenden Erkenntnisse in Buchform zu publizieren.

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