«Die sind super, kommt» – und dann «Ich will mehr»

«Noch trägt die Welt ihr weisses Kleid, es hat den ganzen Tag geschneit» – Wer am Mittwochabend durch das Schneewehen zum Palace gestapft ist, wurde von Jochen Distelmeyer mit «Schnee» aus dem letzten Blumfeld-Album «Verbotene Früchte» begrüsst.

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Heavy bei der Sache: Jochen Distelmeyer während seines Palace-Konzerts. (Bild: Michel Canonica)

Heavy bei der Sache: Jochen Distelmeyer während seines Palace-Konzerts. (Bild: Michel Canonica)

«Noch trägt die Welt ihr weisses Kleid, es hat den ganzen Tag geschneit» – Wer am Mittwochabend durch das Schneewehen zum Palace gestapft ist, wurde von Jochen Distelmeyer mit «Schnee» aus dem letzten Blumfeld-Album «Verbotene Früchte» begrüsst. Gegen 200 Fans liessen sich vom streng-winterlichen Wetter nicht abhalten; es wären wohl 100 mehr geworden, wenn prekäre Strassenverhältnisse vor allem jene mit längerer Anreise nicht abgehalten hätten. Das Publikum im Palace hat es sicher nicht bereut, dass es gekommen ist.

Denn der deutsche Musiker hat mit seiner vierköpfigen Begleitband ein grossartiges Konzert geboten.

Neben den Songs vom aktuellen Album «Heavy» singt Distelmeyer mehrere aus dem reichen Blumfeld-Repertoire, von Alben wie «L'état et moi» bis «Old Nobody» oder «Testament der Angst». Der Sänger, der fast nach jedem Stück seine Gitarre wechselt, hat eine hervorragende Band mit auf der Bühne; gerade einige Blumfeld-Songs, darunter «Pro Familia» oder «Schmetterlings-Gang», kommen dichter, dringlicher und rockiger daher.

Obwohl die Band von ihrer langen Tour langsam müde sein dürfte und nach eindreiviertel Stunden Schluss wäre, ist der Funke nicht nur zum Publikum, sondern von dort zu Distelmeyer zurück gesprungen. Der motiviert seine Band hinter der Bühne: «Die sind super, kommt, denen müssen wir noch mehr bieten» – und eröffnet die Zugaben mit «Ich will mehr».

«Unter den Füssen im Takt, mit jedem Schritt knirscht es und knarrt, und ich habe Lust zum gehn, durch ein weisses Wehn, im Schnee.» Auf dem Heimweg, nach einer wunderbaren Konzertnacht, sind die Schritte durch den Neuschnee beschwingter und leichter. Andreas Stock

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