Die Schweiz als Milchpfütze

Eier, Fleisch und Milch sind die Hauptsujets, mit denen sich die Studierenden des Studiengangs HF Fotografie und Video befasst haben. Die Ergebnisse sind im Architekturforum ausgestellt.

Martin Preisser
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Studierende beim Einrichten ihrer ersten Ausstellung im Rahmen des Zwischendiploms. (Bild: Hanspeter Schiess)

Studierende beim Einrichten ihrer ersten Ausstellung im Rahmen des Zwischendiploms. (Bild: Hanspeter Schiess)

480 Eier in der Form des Bioknospe-Labels, die gelben Marken an den Ohren der Kühe, die Schweiz als Milchpfütze oder einfach richtig schönes rotes einheimisches Fleisch: Agrarproduktion ist das Oberthema, mit dem sich die siebzehn Studierenden des Studiengangs HF Fotografie und Video (eine Abteilung der Schule für Gestaltung am GBS St. Gallen) im Rahmen ihres Zwischendiploms zur Hälfte des dreijährigen Kurses auseinander setzen mussten.

Eine Jury benotet

Ein Werbeplakat, Fotografien für eine Broschüre und ein Video oder eine Tonbildschau, das sind die Medien, die verlangt wurden. «Die Ausstellung ist Teil der Diplomarbeit und soll vor allem dokumentieren, wie gut die Studierenden ihr fotografisches und videotechnisches Handwerk erlernt haben», sagt Jürg Thalmann, Lehrgangsleiter HF Fotografie und Video. Eine sechsköpfige Jury bewertet die einzelnen Arbeiten.

Die Ergebnisse variieren in der Qualität, sind aber insgesamt eine ansprechende Sammlung kreativer Ideen zur Umsetzung des landwirtschaftlichen Themas. Von der Dokumentation industrieller Abläufe in der Schweizer Agrarproduktion bis hin zu stimmungsvollen Landschaftsbildern, von fast installativ empfundener Technik im Bauernhof bis hin zu den Menschen, die uns mit den tierischen Lebensmitteln versorgen – die Auswahl der oft phantasiereichen Sujets zwischen Industrie und Idylle ist gross.

150 Interessenten

Der Studiengang HF Fotografie und Video ersetzt sozusagen die traditionelle Fotografenlehre, die in dieser Form nicht mehr existiert. Am GBS St. Gallen startete der Kurs vor anderthalb Jahren erstmals, für den zweiten gibt es bereits rund 150 Interessenten, nur achtzehn davon werden aufgenommen.

Im Lehrgang steht angewandte Fotografie im Mittelpunkt, Fotografie als Kunst ist nur ein kleiner Aspekt der Ausbildung. Die Studierenden arbeiten mit Berufsfotografen zusammen, welche ihnen wiederum gestalterische Aufträge erteilen. Konkrete Praxis ist also wichtiger Teil der Ausbildung.

Die gezeigten Zwischendiplomarbeiten im Architekturforum geraten zu einer interessanten Leistungsschau angehender Fotografinnen und Fotografen, bieten aber auch facettenreiche Einblicke in die Welt, aus der unser Fleisch, unsere Milch und unsere Eier kommen.

Bis 15. Februar. Architekturforum Ostschweiz (Davidstr. 40), jeweils 18–21 Uhr