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Die Schlossmediale Werdenberg im Goldrausch

Mirella Weingarten hat gestern das Programm der 8. Schlossmediale Werdenberg präsentiert. Alles hängt da am Jahresthema «Gold». Künstlerin im Fokus ist die Schweizer Kostümbildnerin Marion Steiner.
Bettina Kugler
Was die Schlossmediale 2019 berührt, wird zu Gold. (Bild: PD)

Was die Schlossmediale 2019 berührt, wird zu Gold. (Bild: PD)

Wer Schloss sagt, denkt an Prunk und Reichtum, an Kronen und Geschmeide, an die goldene Kutsche vor dem Schlosstor. Schloss Werdenberg aber ist eine Burg; mit güldner Pracht hält sie sich zurück. Auch mit Wärme: Noch ist es frostig kalt, in der Landvogtstube gibt ein Heizlüfter sein Bestes.

Vier Wochen hat das Schloss noch Zeit, sich in der Maisonne aufzuwärmen bis zum Start der Schlossmediale. Umso mehr hat es deren künstlerische Leiterin Mirella Weingarten gereizt, das Gemäuer für einmal im Goldglanz zu präsentieren, es «zum Schloss aufzurüsten», wie sie an der Medienorientierung sagte.

Marion Steiner spinnt Stroh zu Gold

Zehn Tage lang, vom 7. bis zum 16. Juni, werden mit alter und neuer Musik und audiovisueller Kunst goldene Zeiten in Werdenberg anbrechen: Das diesjährige Programm verspricht einen wahren Goldrausch. Gold als Inbegriff von Reichtum und Pracht, als Symbol der Treue, aber auch der unersättlichen Gier wird in Konzerten und Kunstinstallationen aufleuchten, in Workshops und Performances ausgelotet.

Märchenhafte und unkonventionelle Zugänge versprechen die beiden Künstlerinnen im Fokus. So wird die Kostümbildnerin Marion Steiner, lange Jahre am Theater St. Gallen als Leiterin der Kostümabteilung tätig, allegorische Figuren und Skizzen schaffen rund ums Gold – von der Goldmarie über Midas Tochter, die bei Berührung zu Gold erstarrt, bis zur Müllerstochter, die Stroh zu Gold spinnt.

Mirella Weingarten, künstlerische Leiterin der Schlossmediale Werdenberg. (Bild: Benjamin Manser)

Mirella Weingarten, künstlerische Leiterin der Schlossmediale Werdenberg. (Bild: Benjamin Manser)

Manuela Kerer hingegen lässt sich gern von profanen Alltagsgegenständen zu Musik inspirieren. Was damit zu tun haben mag, dass ihre Familie in Brixen ein Geschäft für Haushaltswaren führt. Am Beginn ihres Schaffens stand ein Stück für Eierharfe; an der Schlossmediale wird ein neues Werk für vier Musiker mit elektrischen Zahnbürsten uraufgeführt werden.

Manuela Kerer hat aber auch schon Teile des italienischen Strafgesetzbuches vertont. «Oft habe ich Lust auf alltägliche Töne, wie das Umblättern von Zeitungspapier, das Kauen von Schüttelbrot oder das Öffnen von Türen», sagt sie.

Als Musiker werden die Gambistin Marthe Perl und der Serpent-Spieler Michel Godard nach Werdenberg zurückkehren – für ein Konzert mit eigens geschaffenen Düften zu jedem Stück. Das Schweizer Barockensemble Les Passions de l’Ame singt zur «Goldenen Nacht» in der barocken Klosterkirche Pfäfers.

Saxofon, Salterio und der langsamste Ferrari

Das Salterio, das barocke Pendant des Hackbretts, wird Instrument im Fokus sein – aber nur eines von vielen, die das Programm vergolden: Akkordeon (Viviane Chassot), Sitar (Kiya Tabassian mit dem Ensemble Constantinople), Saxofon (Arcis Quartett). Ab sofort sind die drei Stipendiaten der Schlossmediale vor Ort und kreieren Arbeiten für das Schloss: unter anderem den langsamsten goldenen Ferrari der Welt, in Originalgrösse, gefaltet aus Papier.

Programm und weitere Informationen unter schlossmediale.ch

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