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Die Sammlerin Ursula Hauser kehrt zurück

Über Ursula Hauser weiss man nur wenig. Aufmerksamkeit verdiene nicht ihre Person, sondern ihre Sammlung, so lautet ihr Credo.

Über Ursula Hauser weiss man nur wenig. Aufmerksamkeit verdiene nicht ihre Person, sondern ihre Sammlung, so lautet ihr Credo. Doch liess es sich die elegante, gut siebzigjährige Sammlerin nicht nehmen, persönlich durch die Ausstellung in der Lokremise zu führen, denn ihre Sammlung bedeutet ihr Verpflichtung. Sie will ihre Schätze nicht horten, sondern zugänglich machen. Ständig sind um die hundert Werke an Museen in aller Welt ausgeliehen. Hausers Auftritt in der Lokremise ist eine Rückkehr. Ende der 1990er-Jahre fand sie hier den geeigneten Standort, um die Sammlung der Familien Hauser und Wirth der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie, die in Uzwil aufgewachsen ist und dort lange Jahre im Familienunternehmen für Haushaltsgeräte tätig war, wollte etwas für die Ostschweizer Kunstszene tun. 1999 bis 2004 fanden im ehemaligen Lokdepot unvergessliche Ausstellungen statt. Nun zeigt Hauser nach acht Jahren an dem Ort, den sie aus dem Dornröschenschlaf aufgeweckt hat, ihren Teil der Sammlung Hauser & Wirth, die sich heute in Henau bei Uzwil in einer ehemaligen Textilfabrik befindet. Ursula Hauser ist eine vermögende Frau. Das Geld, um ihre exquisite Kunstsammlung aufzubauen, stammt aus der Zeit, als sie mit ihrem Bruder Walter Fust Hauptaktionärin der heute zur Coop-Gruppe gehörenden Firma Dipl. Ing. Fust war. Zum Sammeln kam sie vor rund dreissig Jahren, als ihre drei Kinder, die sie alleine aufzog, aus dem Gröbsten heraus waren. Sie kaufte Werke von Max Bill und Meret Oppenheim, später ergänzte sie die Sammlung mit zeitgenössischer Kunst. Mit Iwan Wirth und ihrer Tochter Manuela gründete sie 1992 in Zürich die Galerie Hauser & Wirth, die sich rasch zu einer der Grossen in der internationalen Galerie-Szene entwickelte. Fast alle der acht ausgestellten Künstlerinnen kennt Ursula Hauser persönlich. Auch Louise Bourgeois, die man als ihre Lieblingskünstlerin bezeichnen könnte und deren Werke die grösste Position der Sammlung ausmachen, ist sie mehrmals begegnet. Sie selbst sagt: «Das Schönste für mich ist es, die Künstlerinnen im Atelier zu besuchen und mit ihnen einen Tag zu verbringen». Viele der ausgestellten Werke befinden sich bei ihr zu Hause: «Pscht, das ist Kunst!», muss sie manchmal ihre Enkel ermahnen, wenn diese etwas gar wild um die wertvollen Skulpturen herumtoben. Zwar beantwortet Ursula Hauser die Frage, ob sie eine feministische Sammlerin sei, mit einem energischen Nein. Doch ihre Vorliebe für verkannte oder im Schatten ihrer Männer stehende Künstlerinnen ist unübersehbar. (gen)

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