«Die Saison ist für uns gelaufen» – «Es ist ein Planen im Blindflug»: Ostschweizer Kulturschaffende suchen nach Lösungen im Corona-Debakel

Schrittweise werden die Covid-Verordnungen gelockert – doch noch nicht in der Kultur. Das hat Auswirkungen: Die Konzert- und Theatersaison ist am Theater St.Gallen abrupt beendet. Ebenso im Palace St.Gallen, im Eisenwerk Frauenfeld, im Theater Bilitz. Wie gehen die Ostschweizer Kulturveranstalter damit um?

Julia Nehmiz
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Keine Premieren mehr, kein Schauspiel, keine Oper, keine Konzerte. Die Saison ist für die Kulturveranstalter frühzeitig beendet. Das Theater St.Gallen hofft noch, die Festspiele im Juli durchführen zu können  (im Bild Verdis «Il trovatore» auf dem Klosterplatz).

Keine Premieren mehr, kein Schauspiel, keine Oper, keine Konzerte. Die Saison ist für die Kulturveranstalter frühzeitig beendet. Das Theater St.Gallen hofft noch, die Festspiele im Juli durchführen zu können  (im Bild Verdis «Il trovatore» auf dem Klosterplatz).

Bild: Urs Bucher

Sie alle sassen am Donnerstag gebannt vor den Bildschirmen. Wieder einmal. Was der Bundesrat verkündete, war für die Ostschweizer Kulturschaffenden nicht erfreulich, doch sie hatten es nicht anders erwartet – manche im innersten aber anders erhofft. Nun ist klar: Frühestens ab 8. Juni dürfen erste Kulturinstitutionen öffnen. Was heisst das für das hiesige Kulturleben?

Konzert und Theater St.Gallen

Ja, es sei davon auszugehen, dass die Konzert- und Theatersaison abrupt beendet ist. Premieren wird es sicher keine mehr geben. Das schreibt Werner Signer, der geschäftsführende Direktor des Theaters St.Gallen, auf Anfrage. Für ein Telefongespräch hat er keine Zeit, zu viel gibt es intern zu besprechen und zu klären. Denn die Ankündigungen der Lockdown-Lockerungen sind völlig anders, als erhofft.

«Wir brennen darauf, den Betrieb wieder aufnehmen zu können! Selbstverständlich respektieren wir die Entscheide des Bundesrates im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung», schreibt Werner Signer. Und weiter: 

«Aber wir hätten uns gewünscht, dass er auch für Kulturinstitutionen konkretere Perspektiven formuliert hätte.»
Werner Signer, geschäftsführender Direktor Theater St.Gallen.

Werner Signer, geschäftsführender Direktor Theater St.Gallen.

Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Die Hoffnung auf die Durchführung der Festspiele im Juli bleibt jedoch. «Wir wollen nicht mit einer Absage zum jetzigen Zeitpunkt den weiteren Entscheiden des Bundesrates vorgreifen», schreibt Werner Signer. Doch wie man für die Festspiele proben kann, wenn weiterhin Kontaktverbot und Versammlungsverbot für mehr als fünf Personen gelten, das sei eine der vielen grossen Fragen, die es noch zu klären gelte. «Damit die Festspiele stattfinden können, müsste eine Lockerung der jetzigen Einschränkungen bis spätestens 8. Juni in Aussicht gestellt sein.»

Das St.Galler Musical «Wüstenblume» wird erst nächste Spielzeit wieder gezeigt.

Das St.Galler Musical «Wüstenblume» wird erst nächste Spielzeit wieder gezeigt.

Bild: Andreas J. Etter

Dass die Spielzeit nun schon vorbei ist, hat auch Auswirkungen auf die nächste Saison. Eigentlich hätten die Theaterdirektoren nächste Woche den Spielplan für die Saison 2020/2021 vorgestellt. Doch jetzt muss der Spielplan neu überarbeitet werden: «Es geht im Moment um die Frage, welche Produktionen wir in die nächste Saison verschieben». Besonders beim Musiktheater mit den mehrheitlich internationalen Gästen sei dabei viel Koordinationsarbeit vonnöten, um Termine zu finden. Die Oper «Giulio Cesare in Egitto», die beim Erlass des Aufführungsverbotes am 13. März kurz vor der Premiere stand, wolle man unbedingt bringen.

Generell wolle man Produktionen, an denen schon geprobt wurde, in der nächsten Saison zur Aufführung bringen. Insbesondere die Uraufführung der Lokremise-Produktion «Die Gastfremden» solle unbedingt noch stattfinden. Andere Premieren wie das Tanzstück «Colossus», die Schauspielproduktion «Letschti Rundi» oder die Oper «Lessons in Love and Violence» musste man schon absagen, sie werden nicht nachgeholt.

Bislang waren Konzert und Theater St.Gallen eher zurückhalten, was Streaming-Angebote anging. Künstlerinnen und Künstler veröffentlichten kurze Videos, was sie im Homeoffice alles so treiben. Diese Reihe werde nun in den nächsten Tagen von neuen Formaten abgelöst, schreibt Werner Signer. Trotzdem wünschen er und das ganze Team sich einfach, dass Konzerte und Theatervorstellungen so schnell als möglich wieder gelebte Realität werden.

Palace St.Gallen

Das Electropop-Duo Dachs taufte am 8.März 2020 im St.Galler Palace sein zweites Album «Zu Jeder Stund en Vogelsang».

Das Electropop-Duo Dachs taufte am 8.März 2020 im St.Galler Palace sein zweites Album «Zu Jeder Stund en Vogelsang».

Bild: Nik Roth

«Unsere Saison ist gelaufen», sagt Fabian Mösch. Der Co-Programmleiter des Palace St.Gallen klingt trotzdem nicht resigniert. Bis 8. Juni seien keine Veranstaltungen möglich, ihre Saison wäre bis da gegangen – das war's jetzt also. Die Ankündigung hätte sie nicht überrascht, sie seien zwar Optimisten, Zweckoptimisten auch, aber man brauche sich nichts vormachen. «Wir haben in den letzten Wochen diese Möglichkeit immer mitbedacht», sagt er.

Fabian Mösch, Co-Programmchef Palace St.Gallen

Fabian Mösch, Co-Programmchef Palace St.Gallen

Bild: Benjamin Manser

Trotzdem bleiben für ihn Fragen: Wenn am 8. Juni frühestens die Museen aufgehen, wann kann dann das Palace den Betrieb wieder aufnehmen? Bei einem Konzert herrscht viel mehr Interaktion. «Wir rechnen damit und hoffen stark, im September starten zu können», sagt Mösch. Das würden sie auch unter bestimmten Bedingungen, die es dann vielleicht einzuhalten gelte. Aber social distancing im Rockkonzert mit Stehplätzen?

«Es ist schon eine recht absurde Vorstellung, Zonen auf den Boden zu zeichnen, wo man stehen darf.»

Aktuell planen sie das Programm für nächste Saison, auch wenn man nicht weiss, ob ausländische Bands einreisen dürfen. Und finanziell? Dass sie im Mai nicht öffnen dürfen, vergrössert den Ausfall. Noch treffe es sie nicht existenziell. «Je länger wir nicht veranstalten dürfen, desto härter trifft es uns.»

Eisenwerk Frauenfeld

Im Shed Eisenwerk Frauenfeld wurde 2019 ein Teil der Werkschau Thurgau gezeigt.

Im Shed Eisenwerk Frauenfeld wurde 2019 ein Teil der Werkschau Thurgau gezeigt. 

Bild. Reto Martin

Viel musste Claudia Rüegsegger und ihre Programmgruppe vom Eisenwerk Frauenfeld nicht mehr absagen. Das meiste hatten sie eh mit Beginn des Lockdowns schon weit in die Zukunft verschoben. Das Konzert, das am 3. Juni hätte stattfinden sollen, hat der Künstler nun selber abgesagt. «Wir sind nicht überrascht, es hat sich abgezeichnet, dass Kultur nicht zum ersten gehört, was wieder erlaubt wird», sagt Rüegsegger. Die Leiterin der Geschäftstelle Eisenwerk war eher überrascht, dass niemand in der Pressekonferenz des Bundesrates nach der Kultur fragte.

«Kultur interessiert im Moment niemanden, ausser die Kulturschaffenden selbst.»
Claudia Rüegsegger, Leiterin Geschäftsstelle Eisenwerk Frauenfeld

Claudia Rüegsegger, Leiterin Geschäftsstelle Eisenwerk Frauenfeld

Bild: Dieter Langhart

Im Eisenwerk nutzen sie die Zeit, um interne Abläufe neu zu organisieren, im Marketing und Ticketingsystem. Das wäre im laufenden Betrieb nicht möglich. Streaming wollen sie nicht anbieten: «Ich finde es heikel, wenn es das kulturelle Angebot plötzlich gratis im Netz gibt.» Und: Das Live-Erlebnis sei doch der Kernpunkt, Streaming als Ersatzprodukt könne niemals gut sein. Das Team veröffentlicht auf der Homepage und auf Facebook eine Art Stafetten-Tagebuch. 

Froh ist man über die Unterstützung: Stadt und Kanton hätten am Tag vom Lockdown gesagt: Man gehe davon aus, dass die Zahlungen gemäss Leistungsvereinbarung trotzdem weitergehen. «Das gibt uns eine Perspektive», sagt Claudia Rüegsegger. «Finanziell kommen wir wahrscheinlich mit einem blauen Auge davon.» 

Kunstmuseum St.Gallen

Die Ausstellung «Metamorphosis Overdrive» feiert am 7.März im Kunstmuseum St.Gallen Vernissage. Dann kam der Lockdown.

Die Ausstellung «Metamorphosis Overdrive» feiert am 7.März im Kunstmuseum St.Gallen Vernissage. Dann kam der Lockdown.

Bild: Urs Bucher

Man rechne damit, am 8.Juni das Museum wieder öffnen zu können, sagt Roland Wäspe, alle St.Galler Museen rechneten damit. Der Direktor des Kunstmuseum St.Gallen und sein Finanzdirektor Roman Griesfelder sind zuversichtlich. Social distancing sei in ihren grosszügigen Räumen gut möglich. 

Wäspe und sein Team haben die aktuellen Ausstellungen verlängert, kommende verschoben. Iman Issabis, «die grossartige ägyptische Künstlerin», wird nun bis 9. August  gezeigt, «eine Verlängerung der Ausstellung war glücklicherweise möglich». Geta Brătescu mit  «L’Art c’est un jeux sérieux» hätte am 25. April Vernissage gefeiert: «Wir richten die Ausstellung ein und eröffnen sie, sobald das Kunstmuseum wieder offen sein kann, aktuell soll dies ab dem 8. Juni möglich sein.»

Roland Wäspe, Direktor Kunstmuseum St.Gallen.

Roland Wäspe, Direktor Kunstmuseum St.Gallen. 

Bild. Ralph Ribi

Im Lockdown hat das Team neue Vermittlungsprojekte entwickelt. Auf der Homepage kann man sie erkunden. Die Reihe «Museum zu Hause» mit Aufgaben für Kinder und Jugendliche sei von Schulen für den Fernunterricht gut aufgenommen worden. Das Museumsteam bringt jetzt Kunst in Videoclips näher, hat ein virtuelles Museum eingerichtet.

«Mit digitalen Angeboten kann man Aufmerksamkeit generieren, Informationen vermitteln, aber man kann nicht die Begegnung mit Kunstwerken ersetzen.»

Aktuell sind sie daran, den Verlust zu beziffern, der dem Kunstmuseum durch den Lockdown entstanden ist. Da Eintrittsgelder nur einen geringen Teil der kosten decken würden, könne man die Lockdown-Folgen mit Einsparungen gut kompensieren und überbrücken. Heikler wird es, wenn Wäspe und Griesfelder an die langfristigen Folgen denken. Private Stiftungen und Mäzene werden vielleicht weniger Finanzmittel zur Verfügung haben. Auf solche privaten Mittel sind sie angewiesen, um die Kunstzone in der Lokremise zu finanzieren. 

Theater Bilitz Weinfelden

Roland Lötscher vom Theater Bilitz baute am 14.März noch das Bühnenbild auf von «Der Boxer». Seitdem warten er und sein Ensemble auf Auftritte.

Roland Lötscher vom Theater Bilitz baute am 14.März noch das Bühnenbild auf von «Der Boxer». Seitdem warten er und sein Ensemble auf Auftritte.

Bild. Reto Martin

Roland Lötscher, Leiter des Theater Bilitz, ist in «Home-Garden-Holidays», so nennt er es, aber natürlich ist er im Homeoffice. Spielen können er und sein Ensemble nicht. Lötscher hat Kurzarbeit beantragt und wird noch Antrag auf Ausfallentschädigung stellen. «Wenn wir die Ausfallentschädigungen bekommen, dann überstehen wir das. Wenn nicht, dann wird es hart.» Sein Schaden summiere sich auf 80'000 bis 90'000 Franken. 

Aktuell bereitet er die nächste Spielzeit vor. «Wir müssen weiterdenken wie im Normalfall.» Trotzdem fährt er zweigleisig: Da ist die normale Vorbereitung, und da ist die was-wäre-wenn-Planung. Lötscher ist in ständigem Kontakt mit Veranstaltern, er spielt viel Schultheater, und die Schulen müssen ihm jetzt alle sage: Wenn es möglich ist, machen wir die Vorstellung, aber wir wissen es nicht. 

Roland Lötscher (links) inszenierte und spielt mit in «S.O.S.», ein interaktives Jugendstück zum Thema Depression.

Roland Lötscher (links) inszenierte und spielt mit in «S.O.S.», ein interaktives Jugendstück zum Thema Depression.  

Bild: Andrea Stalder

Wann er wieder spielen kann, weiss er nicht. 38 Vorstellungen musste er schon absagen, bis Ende der Spielzeit Ende Juli summiert sich der Ausfall schlimmstenfalls auf über 50 Vorstellungen. Bis zum Sommer hätten Lötscher und sein Team noch einige Schulvorstellungen, und die Schulen öffnen ja wieder. Aber das Veranstaltungsverbot ist auch noch in Kraft. «Wir sind auf Standby: Sobald es erlaubt ist, treten wir auf.» 

Konzertveranstalter Jürg Hochuli

Jürg Hochuli plant die Konzertreihe in der Klosterkirche Münsterlingen (hier 2013 mit dem Klaviertrio mit Hanna Weinmeister (Violine), Anita Leuzinger (Violoncello) und Anton Kernjak (Klavier).

Jürg Hochuli plant die Konzertreihe in der Klosterkirche Münsterlingen (hier 2013 mit dem Klaviertrio mit Hanna Weinmeister (Violine), Anita Leuzinger (Violoncello) und Anton Kernjak (Klavier).

Bild: Nana do Carmo / TZ

Er vertritt weltberühmte Künstler wie den Pianisten Sir András Schiff oder das Minetti Quartett. Er holt Opernstars wie Cecilia Bartoli nach Zürich. Jetzt: alles abgesagt. Jürg Hochuli, der erfahrene Konzertveranstalter aus dem Ausserrhodischen Gais, plant im Moment ins Ungewisse hinein. Und muss viel absagen (wie die Kulturreisen nach Hamburg oder Vicenza), und verschieben.

Jürg Hochuli, Leiter Konzertagentur Hochuli in Gais

Jürg Hochuli, Leiter Konzertagentur Hochuli in Gais

Bild: Urs Bucher

Auch hier in der Region. Für das Jubiläumskonzert der Reihe «Konzerte in der Klosterkirche Münsterlingen», die dieses Jahr das 40-Jahr-Jubiläum feiert, wird er nun versuchen, einen neuen Termin zu finden. Cecilia Bartolis Auftritt in Zürich: Auf Hochtouren sei er dran, einen Nachholtermin zu organisieren. 

Konzerte zu verschieben sei sehr aufwendig, sagt Jürg Hochuli. Termine zu finden, an denen alle können, an denen der Aufführungsort verfügbar ist.  Dazu kommt: Viele seiner Künstlerinnen und Künstler kommen aus dem Ausland, da kann er noch so sehr Termine verschieben – was, wenn seine Künstler dann gar nicht anreisen dürfen?

«Es ist ein Planen im totalen Blindflug.» 

Und was ist mit der finanziellen Lage? «Das ist alles sehr schwierig». Die Konzerteinnahmen brechen weg, doch die Werbung war lanciert, Programm schon gedruckt. Kurzarbeit, Ausfallentschädigung? «Mal schauen, was da möglich ist und wie lange.» 

Bühne Thurtal Herisau

Mit dem Freilichtspiel «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park zeigte die Bühne Thurtal 2016 letztmals eine Produktion im Hinterthurgau.

Mit dem Freilichtspiel «Die Stickerin» im Münchwiler Alfred-Sutter-Park zeigte die Bühne Thurtal 2016 letztmals eine Produktion im Hinterthurgau.

Bild: Donato Caspari

Die grosse Premiere wäre am 25.Juli. Dann sollte die Bühne Thurtal die Freilichtspiele «Zwinglis Frau» im Kloster Fischingen eröffnen. Nun müssen sie das wohl verschieben. «Wir sind momentan daran, die ganze Saison umzuorganisieren», sagt Rene Schweizer, Leiter Marketing der Bühne Thurtal. Man sei im Gespräch mit dem Kloster Fischingen, aktuell arbeite man drei möglich Varianten aus: Eine Verschiebung der Freilichtspiele auf Herbst, auf kommendes Frühjahr oder auf kommenden Sommer. 

Rene Schweizer, Leiter Marketing Bühne Thurtal

Rene Schweizer, Leiter Marketing Bühne Thurtal

Bild: PD

Man sei von den Ankündigungen des Bundesrates nicht enttäuscht gewesen, man habe damit gerechnet. Das Team der Bühne Thurtal sei eher konsterniert:

«Wir möchten unbedingt wieder loslegen, aber wir dürfen nicht.»

Rund 40 Leute seien bei der Bühne Thurtal betroffen. Man habe Kurzarbeit angemeldet, Ausfallentschädigungen werden sie auch beantragen.

Die nächsten zwei Jahresprogramm waren eigentlich schon ausgearbeitet. Die wirft Corona jetzt über den Haufen. «Wir rechnen damit, dass wir frühstens ab 1. Oktober wieder spielen dürfen.» Trotzdem hoffen sie, dass Kleinveranstaltungen bis 100 oder 150 Personen vielleicht schon ab September erlaubt wären. 

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Julia Nehmiz, Christina Genova