Die Nacht der Underdogs

«Oscar» liebt die Erfolgreichen. Das Goldmännchen leuchtet meistens für jene, die auch an der Kinokasse glänzen. Insofern wäre «Avatar» von James Cameron der ökonomisch-logische Abräumer gewesen.

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«Oscar» liebt die Erfolgreichen. Das Goldmännchen leuchtet meistens für jene, die auch an der Kinokasse glänzen. Insofern wäre «Avatar» von James Cameron der ökonomisch-logische Abräumer gewesen. Seine Ex-Frau Kathryn Bigelow hatte mit dem anspruchsvollen Kriegsdrama «The Hurt Locker» weniger finanziellen Erfolg und geriet in den Sog jener Reihe von «Irak»-Kriegsfilmen, die das Publikum nicht sehen wollte. In der Schweiz zählte er vergangenen Frühherbst nicht einmal 10 000 Besucher. Nach seinen sechs Oscars bekommt er nun aber nochmals eine Chance in den Kinos.

Die Filmakademie blieb bei der 82. Verleihung einer Entwicklung der letzten Jahre treu, in der mit Filmen wie «L. A. Crash» (2006), «No Country for Old Men» (2008) und «Slumdog Millionaire» (2009) anspruchsvollere Filme eine Chance auf Hauptpreise haben. Eine Überraschung waren die sechs «Oscars» für «The Hurt Locker» dennoch nicht, weil die Berufsverbände den Film zuvor bereits bei ihren Auszeichnungen auf den Schild gehoben hatten. Und das sind dieselben Leute, die in ihrer Kategorie «Oscars» vergeben.

Unumstritten waren die Schauspielerpreise für Jeff Bridges als ausgebrannter Countrysänger und für Sandra Bullock als Ziehmutter eines schwarzen Kindes sowie die Nebenrollen-Darstellerpreise für die schwarze Schauspielerin Mo'Nique im Sozialdrama «Precious» und für Christoph Waltz in «Inglourious Basterds». Zusammen ergibt das einen schönen Reigen an Underdogs, die bei der 82. Oscar-Nacht zu den grossen Gewinnern zählten. (as)

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