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Crystal Ball: Die melodiöse Seite des Hardrocks

Sie haben ihre Karriere in Luzern gestartet und zählen zu den besten Schweizer Melodic-Hardrock-Bands. Mit ihrem zehnten Album hoffen Crystal Ball auf breitere Anerkennung.
Pirmin Bossart
Crystal Ball mit (von links) Tony Castell, Marcel Sardella, Steven Mageney, Cris Stone und Scott Leach. (Bild: PD)

Crystal Ball mit (von links) Tony Castell, Marcel Sardella, Steven Mageney, Cris Stone und Scott Leach. (Bild: PD)

Jede Band hat ihre Szene, will wachsen, Erfolg haben, vielleicht sogar von der Musik leben können. Auch Crystal Ball, die Rockband mit Luzerner Wurzeln, gehört dazu. Und sie ist hartnäckig. Nach bald 20 Jahren ist sie immer noch mit Leidenschaft auf der Piste, hat sich die musikalischen Sporen reichlich abverdient und legt nun ihr zehntes Album vor.

«Crystallizer» enthält 13 Songs, in denen harte Rockriffs auf eingängige Gesangslinien treffen, kombiniert mit treibenden Rhythmen. Der Akzent liegt klar auf melodiösen Elementen und Harmonien, die Songs sind kompakt arrangiert, sie hauen ins Ohr, Chorgesang katapultiert sie zu muskulösen Hymnen. Das macht Crystal Ball eingängiger als viele Hardrock- und Metalbands, die sich lieber in knochentrockenen oder düster-repetitiven Gefilden herumtreiben.

Viel Lob in den Fan-Magazinen

Die Band ritzt die Grenze zum Metal, aber überschreitet sie nicht. Es ist ein Sound, der im traditionellen Mainstream-Rock viele Anhänger hat. «Wir haben es noch nicht geschafft, regelmässig im Radio gespielt zu werden. Da braucht es auch viel Vitamin B», sagt Gitarrist und Mitgründer Scott Leach, der in Horw aufgewachsen ist. Auch der Bassist Cris Stone lebt in Luzern. Für Proben trifft sich die Band in Mauensee.

Aber Scott hadert nicht. Das Business ist hart und verlangt Ausdauer. Mit einem Altersspektrum zwischen 38 und 50 sind die Rockjungs in den besten Jahren. Sie sind nicht gewillt, auf trendigere Spielarten zu setzen. In der Schweiz spielen sie vor 200 bis 300 Leuten, in Deutschland sind es auch schon mal 1000. Zurzeit sind sie auf Tour mit dem deutschen Hard- und Metalgitarristen Axel Rudi Pell. «Es läuft wunderbar. Natürlich profitieren wir vom Headliner. Und wir verkaufen erstaunlich viele CDs.»

In einschlägigen Rock- und Metal-Magazinen im deutsch- und englischsprachigen Raum erhalten Crystal Ball seit Jahren viel Lob, insbesondere auch wieder für das neue Album. «Sie zocken geradeaus, mit viel Dampf und Power und ohne all diesen modernen Kram», heisst es auf crossfire-metal.de. Und viele fragen sich, warum diese Band nicht schon längst bekannter ist.

«Musikalisch befinden sie sich meiner Meinung nach auf Augenhöhe mit ihren Schweizer Kollegen von Krokus, Gotthard oder Shakra. Das ist eines der besten Power-Metal-Alben, die ich in den letzten Monaten gehört habe», begeistert sich keep-on-rocking.de. Auch der US-«Metal-Observer» zeigt sich beschämt, dass er diese Band erst jetzt wirklich entdeckt hat. «This record totally rocks to hell and back.»

Leder und Mähnen als Markenzeichen

Ein grösserer Besetzungswechsel, unter anderem mit dem neuen Sänger Steven Mageney, hat Crystal Ball vor einigen Jahren neuen Auftrieb gegeben. «Seitdem können wir viel besser umsetzen, was wir mit unserer Musik rüberbringen wollen», sagt Scott. Das Bandfeeling sei inzwischen weniger verbissen, man nehme den Lauf der Dinge gelassener. Als schwierig erweist sich der Einbruch im Tonträgermarkt. «Wir haben noch immer ein treues Publikum, das auf CDs setzt, aber wir verkaufen im digitalen Zeitalter weniger als früher.»

Trotz ihrer beachtlichen Konsistenz und ihrer Erfahrung kann die Band nicht von der Musik leben. Alle haben (Teilzeit-)Jobs, doch ist Crystal Ball der Mittelpunkt geblieben. «Der Aufwand ist enorm, es braucht viel Zeit und Energie. Wir arbeiten alle wohl 150 Prozent», sagt Scott. «Bei uns steht die Leidenschaft im Vordergrund und nicht das Geld. Sonst würden wir das schon lange nicht mehr machen.»

Scott Leach, der sich privat auch mal von Klassik oder Filmmusik inspirieren lässt, hat in den 1980er den Rocksound von Bands wie Scorpions, Def Leppard oder Whitesnake aufgesogen. «Das ist unsere Prägung, aber wir haben keine Vorbilder, wir machen unser eigenes Ding.» Das Ziel sei immer der Song und nicht der Instrumentalist, der sich produzieren wolle. Zu ihren obligaten Markenzeichen gehö­ren die langen Mähnen und ein Outfit mit Stiefeln und viel Leder. Das Cover ihres neuen Albums ziert ein silberner Totenschädel.

Wie soll es weitergehen? «Mehr Anerkennung wäre schön. Tourneen als Hauptakt, in Ländern spielen, wo wir noch nie waren, und mit etablierten Bands an sehr grossen Open Airs auftreten, das sind die Ziele.» In der Schweizer Hitparade ist das Album auf Platz 18 eingestiegen, in Deutschland auf Platz 61. Scott: «Wir fühlten uns noch nie so bereit wie jetzt.»

Crystal Ball: Crystallizer (Massacre Records), CD, Vinyl und digital.

Auftritte (Auswahl): 24. Mai, Solothurn, Kofmehl (Plattentaufe)

26. Mai, Wetzikon, Hall Of Fame

7. September, Luzern, Schüür

21. September, Tennwil, Rocknight.

Hörproben und Videos mit Crystal Ball unter:
www.crystal-ball.ch/de/media

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