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Kino: Die Kriegerin im isländischen Hochland

Die Aktivistin Halla kämpft für die Rechte der Natur. Vielleicht erdrückt von der Wichtigkeit der Botschaft, hat «Woman At War» zu wenig Verve und will zu sehr gefallen.
Regina Grüter
Chorleiterin und Musiklehrerin und zugleich geheime Umweltaktivistin: Halla ist Politik und Wirtschaft ein Dorn im Auge. (Bild: Filmcoopi)

Chorleiterin und Musiklehrerin und zugleich geheime Umweltaktivistin: Halla ist Politik und Wirtschaft ein Dorn im Auge. (Bild: Filmcoopi)

Wie eine Kriegerin rennt Halla mit Pfeil und Bogen geduckt durchs isländische Hochland. Eine Kriegerin mit einer Mission. Sie hat die Stromleitungen gekappt und damit der Aluminiumhütte in Reykjavík den Saft abgedreht. Es ist nicht die erste Sabotageaktion der Umweltaktivistin. Doch solange die Verhandlungen mit den Chinesen nur ausgesetzt und nicht begraben sind, soll es auch nicht die letzte sein.

Halla ist die Heldin in Benedikt Erlingssons zweitem Spielfilm «Woman At War», der in Cannes in der renommierten «Semaine de la Critique» lief. Im Erstling «Of Horses And Men» spielten Islandponys die Hauptrolle, die wenigen Menschen standen daneben in der Regel ziemlich blöd da. Erlingsson landete damit einen Festivalhit, und der absurd-komische Episodenfilm lief auch in den hiesigen Arthouse-Kinos recht gut. «Woman At War» ist noch schwieriger einem Genre zuzuordnen, die Erzählstruktur aber – abgesehen von einem Element – klassisch.

Die Filmmusiker ­ treten im Film auf

Erlingsson ruft nun also eine Ritterin im Islandpulli auf den Plan, um Mutter Erde zu retten. Als Halla urplötzlich ein Mädchen aus der Ukraine adoptieren könnte, generiert das den nötigen dramaturgischen Konflikt. Es noch einmal richtig knallen lassen und dann selbst Mutter werden, entscheidet sie. Ein Plan, der so natürlich nicht aufgeht.

Gespielt wird diese Halla von Halldóra Geirharðsdóttir, eine Art isländische Emma Thompson. Sie weckt Sympathie und Empathie für ihre Figur, was entscheidend ist für dieses filmische Plädoyer für die Rechte der Natur. An die Seite gestellt bekommt sie eine Band, die im Film auftritt und die Filmmusik spielt. Auch ein ukrainischer Frauenchor singt direkt in die Kamera, um Hallas Stimmungen zu spiegeln und ihre Handlungen voranzutreiben. Was durch Verfremdung die Botschaft unterstreichen soll, ist gewöhnungsbedürftig und nervt mit der Zeit sogar. Da ist da noch ein südamerikanischer Velotourist, immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Auch das überzeugt nicht recht. War «Of Horses And Men» vielleicht ein bisschen zu eigenwillig, fehlen «Woman At War» gerade die wahnwitzigen Ideen.

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