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Lesbar Leben: Feine Antennen für die Welt

Zwei Bücher befassen sich mit dem Erleben in der Natur und sinnlichen Erfahrungen. Diese sind gemäss Autor Gerhard Frank der Schlüssel zu einem guten Leben.
Bettina Kugler

Die Heilkraft des Waldspaziergangs

Manchmal hilft es, ein fünfjähriges Kind an der Hand zu nehmen und sich von ihm durch Wald und Wiesen führen zu lassen: Dann kommt man nicht in Versuchung, auf die Uhr zu schauen, Schritte und Kilometer zu zählen – sondern entdeckt neugierig und unvoreingenommen, was zum Klettern und Spielen einlädt, was sich sammeln und verspeisen lässt, wer da singt, summt, krabbelt oder auf Bäumen herumturnt.

Naturerlebnisse erden und machen gesund, sie stärken auch ­ das psychische Immunsystem: ob beim Gärtnern auf dem Balkon, beim Spaziergang am Flussufer im Regen oder beim «Waldbaden», wie es in Japan als Naturtherapie empfohlen wird. So schön es ist, in diesem Buch zu blättern, die ruhigen Fotos aus Garten und Wald, von Wolken und Pflanzen in Nahaufnahme zu betrachten und in die meditativen Texte einzutauchen – man wird es schnell zur Seite legen und lieber barfuss durchs Gras laufen, am Wasser sitzen oder kunstvoll gemaserte Blätter sammeln. Rezeptfrei, mit wohltuenden Nebenwirkungen.

Eva Robild: Grüne Pausen für die Seele. Trias, 220 S., Fr. 29.–

Gutes Erleben kann
man lernen

Ein Erlebnis, das die Sinne anspricht, das Denken und die Vorstellungskraft beschäftigt und auf das Handeln Einfluss nimmt: Wie kommt es zustande, wie wirken Körper, Geist und Empfindungen dabei zusammen? Gerhard Frank umkreist das Phänomen der menschlichen Erlebnisfähigkeit von diversen Seiten, vergleicht es mit Vorgängen und Gesetzmässigkeiten in der Natur, blickt als Philosoph und «Erlebnisdramaturg» auf diese Gabe, neudeutsch «Kompetenz».

Sie braucht, so ist der Autor und Begründer einer «interdisziplinären Erlebnis­wissenschaft» überzeugt, etwas Nachhilfe – denn immer neue technische Errungenschaften nehmen uns primäre sinnliche Erfahrungen ab. Gutes Leben aber, schreibt Frank, sei erst möglich durch gutes, intensives Er­leben, bei dem Fühlen, Wahrnehmen, Tagträumen, Denken und Kommunikation mit anderen als Ganzes zusammenwirken. Je feiner unsere Antennen für die Welt um uns herum sind, desto eher sind wir bereit, sie nachhaltig zu schützen und im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten.

Gerhard Frank: Zukunft schaffen. Vom guten Erleben als Werkzeug des Wandels. Oekom, 292 S., Fr. 36.–

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