Die heidnische Räbe und der heilige Martin

Am 11. November ist Sankt-Martins-Tag. In weiten Teilen Deutschlands für die Kinder ein grosser Tag. Lange zuvor schon haben sie an ihren Laternen gebastelt, nun werden sie dem heiligen St. Martin, der auf einem Pferd den Umzug anführt, durch die Strassen folgen. Alles gut so weit.

Katja Fischer De Santi
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Katja Fischer De Santi)

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Am 11. November ist Sankt-Martins-Tag. In weiten Teilen Deutschlands für die Kinder ein grosser Tag. Lange zuvor schon haben sie an ihren Laternen gebastelt, nun werden sie dem heiligen St. Martin, der auf einem Pferd den Umzug anführt, durch die Strassen folgen. Alles gut so weit. Wenn nur die Sache mit dem heiligen Martin nicht wäre. Das klingt schon so katholisch und ist es ja auch. Martin war seines Zeichens Bischof von Tour. Zur grösseren Bekanntheit gebracht hatte er es, weil er in einer kalten Winternacht auf einen unbekleideten Bettler traf, worauf er seinen Mantel zerschnitt, um dem Obdachlosen die eine Hälfte zu überlassen. Grosse Geste und in der Tat einen Lichterumzug wert. Aber nicht mehr lange. Kindertagesstätten in ganz Deutschland haben angefangen den St. Martins-Umzug umzubenennen, in Lichterfest oder Sonne-Mond-Sternen-Lauf. Der Grund dafür, man wolle Andersgläubigen keine christlichen Bräuche aufzwingen und doch allen die Möglichkeit geben, an diesem Fest teilzunehmen. Ganz im Sinne von Integration und Einheit. Doof nur, dass die Moslems kein Problem damit haben, dass bei diesem Umzug ein katholischer Heiliger vorneweg reitet. «Das Leben von St. Martin ist doch geradezu vorbildlich. Der Gedanke des Teilens spiele auch im Islam eine grosse Rolle», lässt sich so Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Moslems in Deutschland zitieren. Zum Glück huldigen wir im November nur der unheiligen Räbe. Obwohl, hat dabei eigentlich schon mal wer an die Diabetiker gedacht, bei all den Zuckerrüben?