Die grosse Kunst des freien Spiels

ST. GALLEN. «Ich mache eigentlich nichts. Da ist etwas, das fliesst einfach durch mich hindurch», sagt die venezolanische Pianistin Gabriela Montero.

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Pianistin Gabriela Montero. (Bild: pd)

Pianistin Gabriela Montero. (Bild: pd)

ST. GALLEN. «Ich mache eigentlich nichts. Da ist etwas, das fliesst einfach durch mich hindurch», sagt die venezolanische Pianistin Gabriela Montero. Sie beherrscht die ganz hohe Kunst der Klassik-Improvisation und verwandelt Themenvorschläge aus dem Publikum in grossartige pianistische Momentgebilde. Die Ausnahmekünstlerin, die natürlich auch das komponierte Repertoire perfekt beherrscht, kommt nach St. Gallen. Von Gabriela Montero schwärmt keine Geringere als Martha Argerich, die sagt: «Ich bin selten so einem Talent wie Gabriela Montero begegnet.» Die Argerich hat die Lateinamerikanerin denn auch ermutigt, auf dem Weg der Improvisation weiterzugehen. «Musik findet immer ihren Weg», sagt Gabriela Montero, die sich wundert, dass in den Konzertsälen heutzutage so wenig improvisiert wird. Die Pianistin knüpft mit ihrer Fähigkeit an Praktiken an, die im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet waren. Auch ein Meister wie Beethoven war ein exzellenter Improvisator. Vor dem Improvisationsblock wartet Gabriela Montero mit zwei sehr gegensätzlichen Werken auf: Den intimen und schmerzlichen Intermezzi op. 117 von Brahms und dann mit dem grossen Wurf der packenden h-Moll-Sonate von Liszt. Der Abend in der St. Galler Meisterzyklus-Reihe – ein Muss für alle Fans des Ausserordentlichen in der Klavierkunst. (map)

Sa, 7.11., 19.30 Uhr, Tonhalle