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Die ganze Blues Family von Europa ist zu Gast

Das 24. Lucerne Blues Festival steht vor der Türe: Es ist ein Anlass, der authentischen Blues auf die Bühne bringt und europaweit ausstrahlt. Ein Gespräch mit dem Artistic Director Dani Mebold.
Eröffnet dieses Jahr das Festival: R. J. Mischo.PD

Eröffnet dieses Jahr das Festival: R. J. Mischo.PD

Dani Mebold, seit vier Jahren haben Sie als Artistic Director die Verantwortung für das Programm des Lucerne Blues Festivals. Wie behagt Ihnen diese Rolle?

Sie macht Spass. Ich kann meiner Leidenschaft Musik frönen und darin kreativ sein. Seit gut 15 Jahren konzentriert sich diese Leidenschaft immer mehr auf den Blues, obwohl ich musikalisch auch mal gerne über den Tellerrand hinausschaue.

Wie stark absorbiert Sie diese Tätigkeit?

Ich bin das ganze Jahr über dran. Neben den üblichen administrativen Belangen gehören Besuche von spezifischen Konzerten oder Festivals dazu. Der Vorstand reist auch sporadisch in die USA, meistens nach Chicago. Dort holen wir immer wieder Inputs oder entdecken Künstler, die bei uns noch wenig bekannt sind.

Wie recherchieren Sie die Acts, und wie entsteht letztlich der ganze Programm-Mix?

In unserem kleinen Gremium hat jeder seine Wunschlisten. Dem Gremium gehören noch der Festivalgründer Guido Schmidt und der deutsche Blues-Kenner Ronny Salewsky an. Schon wenige Wochen nach dem letzten Festival hatten wir unsere erste Sitzung. Grundsätzlich geht es darum, alle Namen, die fallen, zu kanalisieren und zu reduzieren. Und die verschiedensten Kriterien so unter einen Hut zu bringen, damit es am Ende rund und stimmig ist.

An welche Kriterien denken Sie?

Wir möchten die verschiedensten Spielarten und Stile präsentieren und nicht «nur» Bluesrock oder «Chicago Blues». Wir achten auch altersmässig, von der Herkunft (schwarze und weisse Musiker) oder von den Geschlechtern her auf eine gute Mischung. Das grosse Kriterium ist die Qualität. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir aufgrund unseres Renommees auswählen können.

Worauf achten Sie speziell?

Bei uns gibt es keine Künstler zu erleben, die mit einer zweitklassigen Begleitband auf der Bühne stehen, wie das auf Europa-Tourneen manchmal der Fall ist. Wir legen Wert darauf, dass möglichst die Originalband mitkommt, die auch das Album eingespielt hat und in den USA auf Tour geht. Es soll authentisch sein. Uns interessieren auch exklusive Bands und speziell zusammengestellte Programme, die es nur bei uns so zu hören gibt.

R. J. Mischo eröffnet das dies­jährige Lucerne Blues Festival. Er tritt mehrmals auf. Was zeichnet ihn aus?

Wir haben jedes Jahr eine solche Festivalband. Sie steht auf der Hauptbühne, setzt Akzente im Rahmenprogramm und bestreitet den Anlass «Blues at School» an der Kantonsschule Reussbühl. R. J. Mischo ist einer meiner absoluten Lieblings-Harper. Er ist schon zum dritten Mal am Festival, weil die Qualität einfach stimmt und er den Blues wirklich repräsentiert.

Warum laden Sie regelmässig wieder Musiker ein, die schon früher am Festival zu Gast waren?

Es sind verschiedene Gründe. Es gibt viele Besucher, die noch nach Jahren von einem Musiker schwärmen und sagen: Wann bringt ihr den wieder? Auch unsere persönlichen Präferenzen spielen mit, ebenso die Freundschaften mit Musikern, die entstanden sind. Schliesslich gibt es die bewährten Bands, die sich auch weiterentwickeln: Wir finden es spannend, sie nach einer gewissen Zeit in veränderter Konstellation wieder zu zeigen.

Haben Sie ein Beispiel?

Die Sängerin Janiva Magness ist ein solche Rückkehrerin. Sie wird mit einer ganz anderen Band kommen als 2007. Natürlich hat sie auch ein neues Repertoire. Ihre Stimme hat seit dem letzten Mal sogar noch an Ausdruckskraft gewonnen. Der Moment ist also reif, diese Künstlerin mal wieder zu bringen. Ein Wiederhören gibt es auch mit Curtis Salgado. Ich habe ihn diesen Frühling live erlebt. Seine Show war intensiv und berührend. Als ich ihn für einen möglichen Auftritt in Luzern anfragte, meinte er mit einem Schmunzeln: «Ich habe schon gemeint, dass ihr mich nicht mehr fragen würdet.»

Den Musikern gefällt es am Lucerne Blues Festival.

Wir bekommen schöne Komplimente über die Betreuung, die Atmosphäre und das persönliche Ambiente, das wir den Musikern bieten. Die Stadt gefällt ihnen, und natürlich schätzen sie auch das Renommee des Festivals. Wir sind eine gute Plattform und bieten einen Treffpunkt für zahlreiche Fans und Medienleute. Die ganze Blues Family von Europa ist bei uns zu Gast.

Wie vertragen Sie eigentlich die langen Blues-Nächte im Casino? Haben Sie nie das Gefühl einer Überdosis?

Das hatte ich nie. Das Ganze ist auch eine Belohnung für die ganze Arbeit, die während des Jahres geleistet werden muss. Für mich ist es eine Art Fasnachtsersatz. Es sind die drei langen Nächte, die ich nicht missen möchte. Klar: Nach diesem Parcours ist man todmüde, und der «Jetlag» zieht sich weit in die Woche hinein. Aber ich habe diese Blues-Nächte noch nie bereut. Sie sind jede Minute wert.

Interview: Pirmin Bossart

Blues auf vielen Bühnen

Vom 10. bis 18. November werden 14 Formationen auf den Bühnen des Grand Casino Luzern und des Hotels Schweizerhof Luzern auftreten. Der stilistische Faden des 24. Lucerne Blues Festivals zieht sich vom Mississippidelta über Chicago und Memphis bis zur Westcoast. Festival-Artist ist der Mundharmonika-Spieler R. J. Mischo, der schon mehrmals in Luzern war. Er hat am 9. November in der Mall of Switzerland einen Auftritt (freier Eintritt), eröffnet am 10. November an der Valiant Charity Night im ­Hotel Schweizerhof das Festival offiziell und steht an weiteren Events (Blues-Brunch, Casino-Festival) auf der Bühne. Ein «Cowboy-Harper» aus Oakland/California mit rauem Charme, der für eine aufgeheizte Stimmung sorgen wird. Auch Curtis Salgado und Janiva Magness haben in früheren Jahren schon das Lucerne Blues Festival Publikum beehrt. Salgado wird den dreitägigen Festival-Parcours im Casino am Donnerstagabend im Duo mit dem Gitarristen Alan Hager akustisch eröffnen. Auch der exzellente Westcoast-Gitarrist Kid Ramos ist wieder in Luzern, diesmal als Special Guest von Johnny Tucker. Tucker ist ein starker Sänger, sein Album «Seven Day Blues» ist ein Highlight des Blues-Jahres 2018. Erstmals in Luzern sind neben Tucker die Sängerin Annie Mack, die über den Blues sagt: «It was God. I know I was called upon to do blues music by Him.» Ebenso The James Hunter Six, Rev. Sekou, Anthony Geraci & The Boston Blues All-Stars oder die European-Blues-Contest-Sieger The Ragtime Rumours und Three Hours Past Midnight aus der Romandie. Freuen darf man sich nicht minder auf die tanzfreudige Zydeco-Fuhr mit dem Akkordeonisten und Sänger Geno Delafose aus Louisiana und seiner Band French Rockin Boogie. Gespannt sein darf man auch auf den Blues- und Soul-Shouter ­Barrence Whitfield aus Boston, dessen Stimmorgan, Energie und Körperfülle gleichermassen faszinieren. Ebenso auf Rev. Sekou, der eine Brücke schlägt zum politischen Bewusstsein der schwarzen Bevölkerung in den USA und der wohl zu den interessantesten diesjährigen Gästen zählt. (pb)

9. November, 19.00 R. J. Mischo, Mall of Switzerland (freier Eintritt). 10. November, 20.00 R. J. Mischo, Hotel Schweizerhof Luzern Valiant Charity Night. 15. bis 17. November, ab 19.00 Lucerne Blues Festival im Gran Casino Luzern (Panoramasaal/Casineum); Infos und VV: www.bluesfestival.ch.

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