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Die erste russische Netflix-Serie: So gut war Science-Fiction schon lange nicht mehr

Die Netflix-Serie «Better Than Us» handelt von Missverständnissen zwischen Mensch und Maschine. Eine Sozialstudie aus der Zukunft.
Raffael Schuppisser
Das Nanny ist eigentlich ein Killerroboter. HO

Das Nanny ist eigentlich ein Killerroboter. HO

Gleich zu Beginn werden Isaac Asimovs Robotergesetze zitiert. Keine zehn Minuten später wird das erste («Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen») gebrochen. Ein Mensch musste sterben, weil er einen Roboter daran hinderte, seinen Akku zu laden. Er wurde offenbar programmiert, unter allen Umständen Strom zu tanken, ehe er von einem Menschen in Betrieb genommen werden kann.

Die absurde Tragik der Szene zeigt: Die Lebenswelt von Mensch und Maschine ist nur bedingt kongruent. Daraus ergeben sich allerhand Fragen zum Zusammenleben dieser beiden Wesen, welchen sich die eben auf Netflix gestartete Serie «Better Than Us» annimmt.

Der Killerroboter im Kinderzimmer

Zuerst aber ist da ein Mordopfer, das der Robotikkonzern Cronos möglichst unauffällig beseitigen will. Schliesslich soll ein solcher Zwischenfall nicht das Geschäft vermiesen. Und da ist ein Killerroboter, der sich auf freiem Fuss befindet. Arisa, ein besonders intelligentes weibliches Exemplar mit makellosem Gesicht und eisernem Blick (grandios gespielt von Paulina Andreeva). Dass sich die Killermaschine ein vierjähriges Mädchen als seinen «Nutzer Nummer 1» aussucht – Grund ist wieder ein Programmierirrsinn –, macht die Sache umso spannender. Bald wird Arisa so Teil einer zerrütteten Familie, die sie als ihre eigene ansieht und beschützen will.

«Better Than Us» ist die erste russische Serie des amerikanischen Streaming-Giganten und etwas vom Besten, was das Portal im Genre der Science-Fiction zu bieten hat. Das liegt daran, dass die Macher eine durchaus glaubwürdige Zukunftswelt erschaffen haben. Darin leben auch ältere Exemplare, die wegen Programmierfehlern ununterbrochen in dieselbe Wand laufen – wie fehlgeleitete Gamefiguren.

Darf man seine Freundin mit einem Roboter betrügen?

Autonome Widerstandskämpfer verüben Anschläge auf die Roboter und tragen sich deren Chips als Trophäe an einer Kette um den Hals wie einst Punks Mercedes-Sterne. Im Fernsehen wird debattiert, ob Sex mit einem Roboter als Betrug zu gelten habe. Eine Mutter sorgt sich, ob ihr Kind zu viel Zeit mit einem Roboter verbringt. Und: Ist es okay, wenn man einen Roboter seinen betagten Vater betreuen lässt? Auch diese Frage behandelt die Serie en passant.

Solche Sozialstudien aus der Zukunft machen letztlich den Reiz der Serie aus, und sie lassen einen den einen oder anderen Hänger der Story um die Machenschaften des Robotikkonzern Cronos vergessen.

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