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Interview

Der St.Galler Kabarettist Erich Furrer bietet einen Crashkurs über die Schweiz, Österreich und das restliche Europa: «Die Deutschen bekommen am meisten Fett ab»

Seit einigen Jahren lebt der 55-Jährige in Wien und kommt nun mit seinem Programm «Wer hat’s erfunden?» zurück in seine alte Heimat.
Rolf App
Der St.Galler Kabarettist Erich Furrer ist Wahl-Wiener. (Bilder: PD)

Der St.Galler Kabarettist Erich Furrer ist Wahl-Wiener. (Bilder: PD)

In Wien ist er zur Welt gekommen und in der Ostschweiz aufgewachsen. Hier, genauer gesagt in der St.Galler Kellerbühne, tritt der Kabarettist Erich Furrer mit seinem Programm «Wer hat’s erfunden?» in dieser Woche auf – und gibt zuvor ein munteres Interview am Telefon im fernen Wien.

Mit welchen Gefühlen kommen Sie in die Ostschweiz?

Erich Furrer: Natürlich Olma-­Gefühlen. Ich habe in meiner St.Galler Zeit beim Hadwig-­Schulhaus gewohnt, also mitten im Olma-Trubel und auch ganz nah beim Zirkus. Den Wasserbüffel habe ich vom Klavierzimmer aus sehen können.

Ihr neues Programm verspricht einen «Crashkurs über die Schweiz, Österreich und das restliche Europa». Was hat man sich darunter vorzustellen?

Erklärt man in Wien, dass man wie ich in der Schweiz aufgewachsen ist, bekommt man sehr rasch den alten Ricola-Spruch zu hören: «Wer hat’s erfunden?» Mein Crashkurs nun handelt auf humorvolle Weise von den Erfahrungen, die ich gemacht habe, als ich zuerst in die Schweiz kam und nachher wieder zurück nach Österreich. Auch über die andern Europäer ziehe ich ironisch her. Zum Beispiel über die Italiener, die seit Julius Caesar keine richtige Regierung zu Stande bringen.

Erich Furrer kommt mit Olma-Gefühlen in die Ostschweiz.

Erich Furrer kommt mit Olma-Gefühlen in die Ostschweiz.

Wie steht es denn mit unseren nördlichen Nachbarn?

Die Deutschen bekommen natürlich am meisten Fett ab. Denn das verbindet Österreicher und Schweizer – neben den schönen Frauen und dem Ehrgeiz, die Deutschen endlich mal im Fussball zu besiegen. Was aber immer nur in Testspielen gelingt.

Erklären Sie dem Publikum auch den Ausgang der österreichischen Wahlen?

Um Gottes willen, das war noch kein Thema, als ich das Programm entwickelt habe. Aber dass man gleich die ganze Regierung austauschen muss, nur weil einer nach Ibiza in die Ferien reist, das wäre in der Schweiz undenkbar. Es käme ihr schon viel zu teuer.

«Wer hat’s erfunden?» mit diesen Ricola-Werbespruch reagieren die Wiener auf seine Schweizer Herkunft.

«Wer hat’s erfunden?» mit diesen Ricola-Werbespruch reagieren die Wiener auf seine Schweizer Herkunft.

Lachen die Schweizer denn über anderes als die Österreicher – ausser dass beide gern über die Deutschen lachen?

Das mit den Deutschen geht in Richtung Schadenfreude. Ich glaube, die Schweizer schmunzeln gern und reagieren auf ­viele Feinheiten, wie übrigens auch die Österreicher auf dem Land. In Wien dagegen muss ich schon mit gröberem Geschütz auf­fahren.

Eine philosophische Frage zum Schluss: Ist unsere Zeit eigentlich eher zum Weinen oder zum Lachen?

Ich bin zwar ein skeptischer Mensch, aber grundsätzlich bleibe ich Optimist. Der Mensch, diese «Krone der Erschöpfung», wie ich mal ein Programm genannt habe, wird dann schon irgendwann mal Mensch, und erwischt vielleicht noch den nächsten Zug. Oder er geht halt zu Fuss. Aber er sollte sich schon bewusst sein, dass Mutter Erde schon manchen Bewohner eliminiert hat. Wenn ich nur an die Dinosaurier denke. Die haben wahrscheinlich auch gedacht: Viel grösser geht’s nicht mehr. Und schon kam der Besucher von oben. (ra)

Hinweis: Erich Furrer spielt am 9.10., 11.10. und 12.10. jeweils um 20 Uhr in der Kellerbühne St.Gallen.

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