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Die Bühne ist kein Laufsteg

Wie Christian Lacroix Kostüme skizziert und wie sie zu Kleidern werden.
Fotografien und Zeichnungen liegen den Kostümen für «Lohengrin» zu Grunde. (Bild: Benjamin Manser)

Fotografien und Zeichnungen liegen den Kostümen für «Lohengrin» zu Grunde. (Bild: Benjamin Manser)

Bevor Christine Krug, die Leiterin der Kostümabteilung, von ihrem Büro hinübergeht in die Schneiderei, öffnet Robert Schwaighofer einen Ordner mit Skizzen. Schwaighofer ist der Assistent von Christian Lacroix; dessen Entwürfe zu Wagners «Lohengrin» liegen jetzt vor uns. Es sind eher gedeckte Farben, in die er die Mitwirkenden diesmal stecken will, Farbtupfer wird es nur wenige geben.

Einiges hat Lacroix auch gar nicht gezeichnet, sondern in Form einer Bildidee weitergereicht. Da ist zum Beispiel diese Aufnahme von Richard und Cosima Wagner. Sie sitzt, damit der kleine Mann grösser wirkt, und schaut zu ihm auf. So werden Ortrud und Friedrich von Telramund ausstaffiert sein, das Verschwörerpaar.

«Wir treffen immer zuerst den Regisseur, und er schildert uns seine Idee», erzählt Schwaighofer. «Dann sammeln wir Material und präsentieren ihm das. Für Vincent Boussard war klar: Im Gegensatz zur modernen Bühne sollten die Kostüme historisch sein in Bezug auf die Entstehungszeit. Zeitlos dagegen werden Lohengrin und Elsa daherkommen, sie sind die Aussenseiter.» Verwendet hat man aber überall neue Materialien, «damit es etwas spannender wirkt».

Christian Lacroix arbeite gern mit der Historie, «er macht aber dann daraus etwas ganz anderes». Allerdings etwas, was sehr genau auf die Regie-Idee abgestimmt ist. Lacroix, der Modeschöpfer, sei ein wirklicher Kostümbildner. «Er benutzt die Bühne nicht als Laufsteg wie andere Modeschöpfer, mit denen ich schon gearbeitet habe», erklärt Schwaighofer. «Er will dem Stück gerecht werden.»

«<Was sagt Vincent?>, fragt Lacroix jeweils»

Christian Lacroix ist viel unterwegs, so wird Robert Schwaighofer zu seinem Botschafter am jeweiligen Ort. «Ich setze die Entwürfe in Kostüme um und informiere ihn über jeden Schritt. <Was sagt Vincent?>, fragt er jeweils; der Regisseur Vincent Boussard ist bei den Anproben dabei. Er betrachtet die Kostüme als Teil seiner Inszenierung.»

Viele reizvolle Möglichkeiten stehen bei der Wahl der Materialien offen, zumal es hier nicht um ein Tanzstück geht, bei dem die Kostüme ganz anders beansprucht werden. Christine Krugs Büro ist reich bestückt mit Ordnern, in denen Muster zu finden sind. Manchmal muss sie auch in weiterem Umkreis suchen. Die Edelknaben etwa werden im «Lohengrin» in Stoffen herumlaufen, aus denen englische Gardeuniformen gemacht werden. «Diese Farben gibt es nur dort», sagt Krug. (R.A.)

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