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Die Bratsche in jüdischer Klage

Das Thurgauer Musikerpaar Hana Gubenko und Timon Altwegg legt eine neue CD vor, die eine spannende zeitgenössische Palette von Duo-Literatur für Viola und Klavier präsentiert. Fast alle Werke stammen von in der Schweiz geborenen Komponisten.
Martin Preisser
Das Duo Timon Altwegg (Klavier) und seine Frau Hana Gubenko (Bratsche). (Bild: pd)

Das Duo Timon Altwegg (Klavier) und seine Frau Hana Gubenko (Bratsche). (Bild: pd)

KREUZLINGEN. Der aus Kreuzlingen stammende Pianist Timon Altwegg beschäftigt sich seit langem erfolgreich mit Kompositionen ausserhalb des gängigen Repertoires und gräbt dabei immer wieder wertvolle Kleinodien aus. Jetzt hat er beim Label Guild zusammen mit seiner Frau Hana Gubenko, einer russischen Bratscherin, eine CD unter dem Titel «Sonata Ebraica» vorgelegt. Die Interpretationen von Werken aus der Feder von Aaron Yalom, Ernst Levy und Frank Levy sowie von Graham Waterhouse überzeugen durchgehend durch eine ausgezeichnete technische wie klangliche Präsenz.

Melancholischer Unterton

Frank Levy, der Sohn Ernst Levys, hat Timon Altwegg bisher bereits ein Klavierkonzert und einige Solostücke gewidmet. Seine zweite Sonate für Viola und Klavier wurde vom Duo Gubenko/Altwegg 2010 uraufgeführt. Alle Werke der CD stammen (ausser Graham Waterhouse) von Komponisten, die in der Schweiz geboren sind. Stilistisch kann man so etwas wie einen roten Faden heraushören. Es durchzieht diese Werke «Jüdisches», ein klagender, melancholischer Unterton und dabei eine intensive klangliche Wärme. Hört man beispielsweise das Eröffnungsstück der CD, das «Sephardic Poem» von Aaron Yalom, merkt man dessen Nähe zur Musik Ernest Blochs, dessen Kompositionen dieses speziell jüdisch klagende Element in der Musikgeschichte erstmals verankert haben.

Die Werke von Ernst Levy, von Sohn Frank und von Waterhouse leuchten ein breites Spektrum an Klangfarben in der Mischung Viola und Klavier aus. Sie sind moderat modern und bekennen sich zur Tonalität. Das Duo Gubenko/Altwegg musiziert auf hohem Niveau, auch in den virtuosen Partien der Sonaten. Im deutlich hörbar eingespielten Zweierteam wird glutvoll, ausgefeilt und mit sehr natürlich und souverän wirkender Perfektion gespielt.

Einzigartiges Timbre

Eine gelungene CD, die wertvolle Duo-Musik erstmals in Bewusstsein rückt. Man merkt: Das 20. und 21. Jahrhundert hat die Bratsche als speziell gesangliches, warmes Instrument mit seinem einzigartigen Timbre und oft kontemplativen Charakter nicht vergessen. Verdienst des Duos ist es, diese Musik ausgegraben zu haben und sie jetzt mit Enthusiasmus, Verve und Herzblut zu präsentieren.

CD-Taufe: Fr, 11.12., 19.30 Uhr, Campus Aula Schulstrasse (ehem. Lehrerseminar), Kreuzlingen; CD: Guild GMCD 7419

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