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Die berühmteste Puppe der Geschichte

Alma Mahler verdrehte den prominentesten Männern den Kopf - und diente Oskar Kokoschka als Vorlage für eine lebensgrosse Puppe.
Melissa Müller
Kokoschkas Puppe, die ihm oft als Modell diente, um 1919. (Bild: Getty)

Kokoschkas Puppe, die ihm oft als Modell diente, um 1919. (Bild: Getty)

Im Mai 1911 begegnen sich in Wien der 25-jährige Oskar Kokoschka und die sieben Jahre ältere Alma Mahler. Sie wird sein Modell, seine Geliebte und Muse. Oskar malt nur noch sie. Als sie ihn verlässt, meldet er sich freiwillig an die russische Front, von wo er bald verwundet zurückkehrt. 1918 bestellt er bei der Münchner Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgrosse Puppe als Abbild von Alma Mahler. Sie näht nach seinen detaillierten Skizzen eine Alma mit Haut aus Seide und echten Menschenhaaren. Als der Maler die Kiste mit der Puppe auspackt, erschrickt er aber: «Diesem Eisbärenfell kann ich ja nicht einmal die schöne französische Unterwäsche anziehen.» Dennoch lebt er mit ihr, malt sie Dutzende Mal, nimmt sie gar mit ins Kaffeehaus – und «tötet» sie im Rotweinsuff.

Alma Mahler verdrehte den prominentesten Männern der Wiener Kunstszene den Kopf: ­ Sie war mit dem Komponisten Gustav Mahler, dem Architekten Walter Gropius und dem Dichter Franz Werfel verheiratet. Auch stürzt sie sich in zahlreiche Affären, etwa mit dem Maler Gustav Klimt. Kokoschka verfällt Alma schon nach der ersten Begegnung und hält um ihre Hand an. Drei Jahre dauerte der «Liebeskampf», den Michèle Binswanger in ihrem Buch «Fremdgehen» eindrucksvoll schildert: «Er erwartete rauschhafte Ausschweifungen und mütterliche Hingabe, sie sollte ihm gehorchen und ihn gleichzeitig beherrschen, seine Mutter, Muse, Gebieterin sein.» Ein Angebot, dem Alma Mahler nicht widerstehen kann. Sie bleibt aber unverbindlich, was den krankhaft eifersüchtigen Künstler quält. Als sie von ihm schwanger wird, treibt sie das Kind ab – was ihn zutiefst kränkt. Danach verspricht Alma Mahler, Kokoschka zu heiraten – wenn er ein Meisterwerk schafft. Er nimmt sie beim Wort. 1913 malt er «Die Windsbraut», eines der bedeutendsten expressionistischen Gemälde. Es zeigt den Künstler und seine Geliebte, eng aneinandergeschmiegt in einem Boot, auf wilder Fahrt auf einem stürmischen Meer. Heiraten wollte Alma Mahler ihn dann aber trotzdem nicht.

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