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Die Arschlöcher sind immer die anderen

Charles Lewinsky bringt sein neues, satirisches Buch «Der A-Quotient» als Bühnenfassung in die Kellerbühne in St. Gallen. Und erläutert dabei die Grundlagen der Arschlochizität.
Hansruedi Kugler
Der Schriftsteller und Theaterautor Charles Lewinsky spottet über die Arschlöcher dieser Welt. (Bild: Michael Canonica (Zürich, 31.3.2016))

Der Schriftsteller und Theaterautor Charles Lewinsky spottet über die Arschlöcher dieser Welt. (Bild: Michael Canonica (Zürich, 31.3.2016))

Mit szenischen Lesungen seiner satirischen Bücher stand der Schriftsteller, Satiriker und Theaterautor Charles Lewinsky schon mit dem Buch «Schweizen» erfolgreich auf der Bühne: Zusammen mit den Theaterschaffenden und Live-Literaten Judith Stadlin und Michael van Orsouw. Mit der erweiterten und aktualisierten Neuauflage von «Der A-Quotient. Theorie und Praxis des Lebens mit Arschlöchern» fährt er mit diesem Trio weiter.

Lewinsky verspricht eine «äusserst lehrreiche Veranstaltung». Als Professor werde er zusammen mit seinen Assistenten dem Publikum die Grundlagen der modernen Arschloch-Forschung vermitteln. Das Buch jedenfalls, das seit kurzem erhältlich ist, startet mit unverschämter Arroganz, reitet im wilden ­Galopp durch Geschichte und Gegenwart und endet in schelmischer Selbstironie. Lewinsky hat seine schwarzhumorige Wissenschaft der Arschlochizität 1994 begründet. Donald Trump und die AfD mögen ihn zur aktualisierten Neuauflage veranlasst haben, als Beweis seiner Thesen: Ignorante Rechthaberei, fixiert auf Äusserlichkeiten und jederzeit ­einen Sündenbock griffbereit. Wenn Minister sagen: «Migration ist die Mutter aller Probleme», gibt man Lewinsky recht.

Das Buch liest sich wie ein üppig-barockes Narrenschiff der Dummheiten. Wer zweifelt und differenziert, habe schon verloren, denn der sogenannte gesunde Menschenverstand richte sich an den Arsch, sorge für gute Verdauung und wohlige Gewissheit, immer recht zu haben – das gelte übrigens in allen Milieus, egal ob Tierschützer, Modefreaks oder Politiker. Weil Lewinsky nicht nur ein wacher Zeitgenosse, sondern auch ein fabelhafter Formulierer ist, lacht man viel – auch wenn der rhetorische Dauerbeschuss etwas ermüdet. Am Ende schaut der Autor selbstironisch in den Spiegel und erblickt – ein Rechthaber-Arschloch.

Mo, 29.10., 20 Uhr, Kellerbühne St.Gallen

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