Dichter kulinarischer Sternenhimmel

Der Guide Michelin 2017 stellt der einheimischen Restaurant- und Hotelszene ein gutes Zeugnis aus. Das neue «Igniv» in Bad Ragaz erhält auf Anhieb einen Stern.

Beda Hanimann
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Der Start ist gelungen: Das vor zehn Monaten eröffnete «Igniv» im Grand Resort Bad Ragaz unter Küchenchef Silvio Germann ist vom Guide Michelin auf Anhieb mit einem Stern ausgezeichnet worden. Damit gehört das Zweit-Restaurant von Andreas Caminada zu den Top Ten der Ostschweiz. Über neun weiteren Restaurants leuchtet weiterhin ein Stern: «Dreizehn Sinne», Schlattingen; «Schäfli», Wigoltingen; «Mammertsberg», Freidorf; «Segreto», Wittenbach; «Einstein», St. Gallen; «Gupf», Rehetobel; «Fernsicht», Heiden; «Truube», Gais; «Schlüssel», Mels. Schweizweit hat der neue Guide Michelin 95 Restaurants einen Stern verliehen (darunter 12 neuen), die Zahl der 2-Sterne-Lokale liegt bei 19 (3 neue). Mit 3 Sternen dekoriert sind auch nach Benoît Violiers Suizid das Hôtel de Ville in Crissier sowie Caminadas «Schauenstein» in Fürstenau und das «Cheval Blanc» im Hotel Trois Roi in Basel.

Insgesamt listet der Führer, der sich gleichermassen als Restaurant- wie Reiseführer versteht, 954 Restaurants und 545 Hotels auf, die er in fünf Kategorien von «Standard-Komfort» bis «Grosser Luxus» unterteilt. Häuser mit besonderem Charakter, Lage oder Einrichtung sind speziell gekennzeichnet. Mit dem Bib-Gourmand-Logo werden ausserdem 139 Restaurants hervorgehoben, die sorgfältig zubereitete Mahlzeiten zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Das sind 52 mehr als noch vor fünf Jahren. In der Ostschweiz haben 13 Lokale einen Bib Gourmand erhalten, neu zum erlesenen Kreis gehört die «Fernsicht» in Heiden.

Schweizer Gastronomie ist sehr vielfältig

Mit 117 Sterne-Restaurants bleibt die Schweiz das Land mit den meisten Sternen pro Einwohner in Europa. Das bestätigt laut Michael Ellis, dem internationalen Direktor des Guide Michelin, das hohe Niveau und die grosse Vielfalt der einheimischen Gastronomie. «Die Schweiz zählt zu den abwechslungsreichsten kulinarischen Regionen in Europa», schreibt Ellis in einer Medienmitteilung. Hier fänden sich in einer Dichte wie sonst fast nirgendwo klassisch-französische Restaurants, die eine traditionelle Küche mit exzellenten Zutaten pflegten, dazu käme eine Vielzahl von Häusern, die ihren Gästen modern und innovativ zubereitete Speisen servierten.

Guide Michelin Schweiz 2017, 456 S., Fr. 33.–