Dichter im Parlament

Sechs der 27 Protokollanten der Eidgenössischen Räte in Bern nutzen die Arbeit, um Geld für ihr Dasein als Autor zu verdienen. Manchmal verarbeiten sie die Reden der Politiker sogar zu Gedichten.

Michael Guggenheimer
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Arbeitsplatz für 27 Protokollführer, davon sechs Literaten: Der Nationalratssaal in Bern. (Bild: ky)

Arbeitsplatz für 27 Protokollführer, davon sechs Literaten: Der Nationalratssaal in Bern. (Bild: ky)

Isabel Morf hat schon vier Krimis geschrieben, Vera Schindler-Wunderlich mit ihren Gedichten erst letzte Woche einen der diesjährigen Schweizer Literaturpreise gewonnen. Dennoch können beide von ihrem Poetendasein nicht leben und arbeiten ausserdem als Protokollführer in Bern. 27 Protokollschreiber verfolgen die Debatten in den beiden eidgenössischen Räten sowie in den Parlamentskommissionen, 20 deutsch- und sieben französischsprechende. Sechs von ihnen sind literarisch tätig. «Wir werden bei allen Sachgeschäften eingesetzt – ob es nun um Steuern geht, Tunnel, Panzer, Abgase, um das Budget, den Schweizer Wald oder um internationale Vereinbarungen», erzählt Vera Schindler-Wunderlich. Manchmal können sie die Reden der Politiker auch für ihre Arbeit als Literaten nutzen. Vera Schindler-Wunderlich verdankt dem Grossen Rat St. Gallen sogar den Titel ihres preisgekrönten Werkes. Am Donnerstag liest Vera Schindler-Wunderlich in der Hauptpost in St. Gallen.

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